Sonntag, 16. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Alles war geplant. Es war ein abgekartetes Spiel. Jair Bolsonaro hat bereits die Glückwünsche der Regierung von Donald Trump für den Abbruch der Präsenz kubanischer Ärzte in Brasilien erhalten. Jetzt, am Freitag, kann er John Bolton, den Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, umarmen. „Wir werden ohne Zweifel ein produktives und positives Gespräch im Namen unserer Nationen führen“, twitterte Bolsonaro.

Wenige Tage zuvor hatte die US-Unterstaatssekretärin für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre, Kimberly Breier, das Verhalten von Bolsonaro in Bezug auf die kubanischen Ärzte als „gut“ bezeichnet.

„ Wir verlassen das Land, aber in unserem Herzen tragen wir diese Umarmung des alten Mannes und das Lächeln des Kindes, die unendliche Zuneigung des brasilianischen Volkes; die einfachen Behausungen, wo man zum Mittagessen eingeladen wird, zu diesen Bohnen mit Farofa, mit viel Liebe gemacht. Ich erinnere mich auch an die alten Leute, die um 5 Uhr nachmittags auf einfach gezimmerten Bänken saßen und auf den Arzt warteten, der um diese Zeit normalerweise die Praxis verlässt, einfach nur, um mit ihm ein Schwätzchen zu halten. So könnte ich viele schöne Dinge erzählen, die für mich Reichtum bedeuten, keinen materiellen Reichtum, sondern etwas, das mein Herz weiterhin bereichern wird“.

„Die kommende Regierung Brasiliens, die kürzlich gewählt worden ist, hat nicht die mindeste moralische Autorität, Kuba in welchem Bereich auch immer in Frage zu stellen, weder in Bezug auf die internationale medizinische Zusammenarbeit, noch hinsichtlich der Menschenrechte“, urteilte der Außenminister der Insel Bruno Rodríguez Parrilla.

In Erklärungen vor Prensa Latina und Telesur im Rahmen des Iberoamerikanischen Gipfels in Guatemala verteidigte der Leiter der kubanischen Diplomatie am vergangenen Freitag die Entscheidung der Karibiknation, infolge der Äußerungen des gewählten Präsidenten Jair Bolsonaro die eigene Teilnahme am Programm „Más Médicos“ (Mehr Ärzte) zu beenden.

Die Rückkehr des medizinischen kubanischen Fachpersonals, das sich in Brasilien befindet, wird Ende dieser Woche beginnen und sollte in der zweiten Dezemberhälfte abgeschlossen sein; außerdem wird der Transport seiner gesamten Habe gewährleistet. Das gaben in Havanna die dafür Verantwortlichen im Gesundheitsministerium und Transportministerium bekannt.

Boticario ist ein entlegenes Dorf im Nodosten Brasiliens. Es befindet sich im Staat Sergipe, über 1.600 km von der Hauptstadt Brasilia entfernt.

Es ist unwahrscheinlich, dass der jüngst gewählte Präsident des südamerikanischen Landes Jair Bolsonaro jemals dort gewesen ist, oder dass er weiß,wo auf der brasilianischen Landkarte sich dieser Ort befindet. Noch weniger kann man glauben, dass er die Geschichte von Maria kennt, eine einfache junge Frau von kaum 29 Jahren, der eine kubanische Ärztin Erleichterungt verschaffte.

cuba minrexDas Gesundheitsministerium der Republik Kuba, das den solidarischen und humanistischen Prinzipien verpflichtet ist, die seit 55 Jahren die kubanische Zusammenarbeit bestimmt haben, nimmt seit Anfang August 2013 am Programm Más Medicos para Brasil (Mehr Ärzte für Brasilien) teil. Die Initiative, die von Dilma Rousseff ausging, die zu diesem Zeitpunkt Präsidentin Brasiliens war, hatte das edle Ziel, gemäß dem Prinzip der universellen Gesundheitsversorgung, wie sie die Weltgesundheitsorganisation unterstützt, die medizinische Versorgung für den größten Teril der brasilianischen Bevölkerung sicherzustellen.

Der gewählte brasilianische Präsident, der ultrarechte Jair Bolsonaro, ist mit Leuten wie Donald Trump oder Pinochet verglichen worden. Manche betrachten ihn auch als erneuerten Ausdruck des internationalen Faschismus, zweifellos ein Thema, das in Brasilien und Lateinamerika Besorgnis erregt.

Die Außenpolitik von Jair Bolsonaro wird ein Thema sein, das es zu verfolgenden gilt. Während des Wahlkampfs sprach der Politiker davon, die „ideologischen Vorurteile“ in der Diplomatie zu verbieten und sogar davon, die Vereinten Nationen zu verlassen. Aber, obwohl der gewählte Präsident und seine Verbündeten angedeutet haben, dass sie andere Positionen einnehmen werden als die aktuellen, ist die neue Ausrichtung der Außenpolitik Brasiliens immer noch Spekulation.

Der künftige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro will die Botschaft seines Landes in Israel nach Jerusalem verlegen. Nur die USA und Guatemala haben ihre diplomatischen Vertretungen in Jerusalem. Paraguay zog vorübergehend nach, machte den Schritt nach der Wahl eines neuen Präsidenten aber schnell wieder rückgängig.

Brasiliens Linke hat keine Zeit, ihre Wunden zu lecken. Nach dem Sieg des faschistischen Exmilitärs Jair Bolsonaro bei der Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag ist es bereits am Dienstag zu Protestkundgebungen gegen den reaktionären Umbau gekommen. Unter anderem in São Paulo, Brasília, Porto Alegre und Rio de Janeiro kamen die Menschen zusammen, um für die Verteidigung der Verfassung und ein Brasilien zu demonstrieren, in dem alle Platz haben – gegen Rassismus, Homophobie und institutionalisierte Gewalt.

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