14 | 10 | 2019

In Kolumbien kann man allerlei erleben. Dass sich dissidentische Gruppen der FARC in vielen Landstrichen ausgedehnt haben, ist nicht neu. Und auch nicht neu ist der Wahlkampf der aktuellen politischen Partei FARC, aus der ehemaligen aufständischen Bewegung heraus entstanden. Doch nicht aller Tage erleben kann man folgendes Ereignis:

Mit einem Fahrzeug und seiner Schutzeskorte war Emiro del Carmen Ropero in der kolumbianischen Provinz Norte de Santander unterwegs, um Wahlkampf für die bevorstehenden Regionalwahlen zu machen. Emiro del Carmen Ropero ist besser bekannt unter seinem ehemaligen Kriegsnamen „Rubén Zamora“, den er als ehemaliger Kommandant der 33. Front der FARC trug. Nun ist er politischer Kandidat für seine Partei FARC.

Vor wenigen Tagen traf er auf ehemalige Kämpfer seiner 33. Front. Ein Teil demobilisiert nicht, bzw. vollzog später nach Friedensschluss wieder den Weg zu den Waffen und den sogenannten Dissidenten. Von bewaffneten Personen, die sich als 33. Front ausgaben, wurde er nun in der Gemeinde Convención kurzzeitig festgesetzt, seine Leibgarde entwaffnet, verhört und anschließend das Fahrzeug angezündet. Er selbst blieb unverletzt und wurde nach einer Stunde wieder freigelassen.

Die Region Catatumbo in der Provinz Norte de Santander, nahe der Grenze zu Venezuela, ist eine immer noch vom bewaffneten Konflikt gekennzeichnete Region, in der der Staat nur wenig präsent ist. Neben der dissidentischen 33. Front der FARC gibt es hier auch noch ELN, EPL und paramilitärische Strukturen mit Verwicklung in den Drogenhandel. Erst vor rund zwei Wochen traf dabei Rubén Zamora auf einen seiner damaligen schärfsten Feinde, den ehemaligen Chef der paramilitärischen Organisation. Es war einer jener Versöhnungstreffen, die in Kolumbien stattfinden und dazu dienen, den Konflikt aufzuarbeiten und die Bevölkerung um Vergebung zu bitten.

Der ehemalige Guerilla-Kommandant Rubén Zamora sagte, dass er keinen der bewaffneten Personen kannte, obwohl er der letzten Kommandant war, der diese befehligte. Sie trugen Militärkleidung und waren bewaffnet. Während der Festnahme und des Verhörs stellten die FARC-Dissidenten wohl politische Forderungen, die im Zusammenhang mit den anstehenden Regionalwahlen stehen. Rubén Zamora stammt aus El Tarra und trat 1986 in die FARC ein. Zuvor war er Anführer der Patriotischen Union (Unión Patriótica) in Cúcuta.

Quelle:

Kolumbieninfo – Widerstand in Kolumbien

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