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Kategorie: Kolumbien

FARC-Comandante Iván Márquez unterzeichnet den Waffenstillstand. Screenshot: TeleSurFARC-Comandante Iván Márquez unterzeichnet den Waffenstillstand. Screenshot: TeleSurIm Rahmen einer offiziellen Zeremonie haben die Delegationen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC-EP) und der kolumbianischen Regierung am heutigen Donnerstag das Abkommen über eine dauerhafte und beiderseitige Einstellung der Kämpfe und Feindseligkeiten unterzeichnet. In Anwesenheit zahlreicher lateinamerikanischer Staatschefs gingen die beiden Parteien damit einen entscheidenden Schritt zur Beendigung des seit mehr als einem halben Jahrhundert andauernden Krieges. Nach den vier Jahre dauernden Verhandlungen fehlt nun praktisch nur noch die Unterzeichnung des Friedensvertrages, damit der Prozess der Wiedereingliederung der FARC-Kämpfer in das zivile Leben beginnen kann.

Kolumbiens Regierung verpflichtet sich im Gegenzug, die Paramilitärs und andere kriminelle Banden sowie deren Unterstützernetzwerke zu bekämpfen. Außerdem gibt sie Sicherheitsgarantien für die demobilisierten Guerrilleros, die sich in das zivile politische Leben eingliedern sollen. FARC-Comandante Timoleón Jiménez (»Timochenko«) kündigte in seiner Ansprache an, die FARC wollten einen Beitrag zur Neuformierung der kolumbianischen Linken leisten, ohne Sektierertum und ohne Hegemoniebestrebungen. Demgegenüber ließ Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos durchblicken, dass er auf ein Verschwinden der bisherigen Guerilla hofft.

Das Abkommen sieht vor, dass sich die Angehörigen der FARC in 23 Zonen Kolumbiens sammeln und reorganisieren. In acht Camps sollen sie dann die Waffen abgeben und in das zivile Leben wiedereingegliedert werden. Von Seiten der Guerilla sollen 60 Repräsentanten bestimmt werden, die sich im Land frei bewegen können, um zur Erfüllung des Abkommens beizutragen. Auf lokaler Ebene sind es jeweils zehn Vertreter der FARC, die diese Aufgabe örtlich beschränkt erfüllen. In einer Sicherheitszone von einem Kilometer rund um jede Zone soll es nur Beobachtungseinrichtungen geben. Eventuelle Polizeieinsätze in den jeweiligen Gebieten müssen zuvor mit den Vertretern der FARC koordiniert werden.

Die Kontrolle des Prozesses soll eine Mission der Vereinten Nationen übernehmen, die vom UN-Sicherheitsrat bereits beschlossen wurde. Die Unterzeichner baten den bei der Zeremonie anwesenden UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, die Maßnahmen zur Aktivierung der Mission zu ergreifen. Aufgabe der UN-Mission wird auch sein, die Container zu bewachen, in denen die abgegebenen Waffen gesammelt werden. Die Entwaffnung der Guerilla soll innerhalb von 180 Tagen nach der Unterzeichnung des Abkommens beendet sein. Die Angehörigen der FARC verlassen die jeweiligen Camps nur noch unbewaffnet und in Zivilkleidung.

Die Zeremonie in Havanna wurde vom kubanischen Präsidenten Raúl Castro geleitet, der zwischen Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und FARC-Comandante Tiomoleón Jiménez saß. Ebenfalls anwesend waren Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und seine chilenische Amtskollegin Michelle Bachelet. Venezuela und Chile hatten den Friedensprozess technisch unterstützt, während Kuba und Norwegen Garantiemächte sind.

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