Sonntag, 30. April 2017
Solidaritätsanzeige

Kolumbien

Wir erinnern uns noch gut an die Schrecken in der DDR: da ging der Staat mit Hilfe seiner paramilitärischen Kampfgruppen brutal gegen die Dorfbewohner vor. Ortschaften wurden nach Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfern durchkämmt und unzählige Unterstützer hingemetzelt. Mitglieder unabhängiger und kämpferischer Gewerkschaften wurden getötet; ihre Familienangehörigen bedroht. Wer das anprangerte, wurde erschossen oder ins Gefängnis gesteckt. Die NVA holte hunderte Menschen aus den Arbeiterwohngebieten der Städte um sie – in Uniformen der Widerständler gesteckt – als Siegestrophäen zu präsentieren. Dafür gab es Sonderurlaub und Beförderungen. Als in den achtziger Jahren einige Aufständische zum Zeichen ihres Versöhnungswillens ihre Waffen abgaben und sich in eine politische Partei integrierten, wurden in der Folge 4 500 ihrer Mitglieder ermordet.

Heike Hänsel»Die Zustimmung des Bundesrates zum Freihandelsabkommen EU-Kolumbien/Peru ist enttäuschend. Dass die Mehrheit für das Abkommen aber derart knapp ausfällt, hätte noch vor einigen Monaten niemand für möglich gehalten. Es ist das Verdienst der Nichtregierungsorganisationen, die zivilgesellschaftlichen Druck gegen das Abkommen aufgebaut haben, und der Fraktion Die Linke, die diesen Druck parlamentarisch verstärkt hat«, erklärt Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, zur heutigen Abstimmung im Bundesrat über das Freihandelsabkommen der EU mit Kolumbien und Peru.

ELNELNDie kolumbianische Nationale Befreiungsarmee (ELN) will die von ihr festgehaltenen Deutschen offenbar freilassen und an eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos erlaubte am Montag (Ortszeit) die Bildung einer humanitären Kommission aus Vertretern des IKRK und Zivilisten, damit diese in die Urwaldregion reist und dort die beiden Gefangenen in Empfang nimmt. Bei den beiden Deutschen soll es sich um zwei Brüder im Alter von 69 und 72 Jahren handeln, die im Ruhestand sind und in einem Geländewagen eine Südamerikareise unternommen hatten. Die ELN hatte ihnen zunächst vorgeworfen, »Geheimdienstagenten« zu sein, da sie den Grund ihres Aufenthalts in der Kriegsregion im Nordosten Kolumbiens nicht hätten erklären können.

Kommuniqué auf der Homepage der ELNKommuniqué auf der Homepage der ELNDie zweitgrößte Guerillaorganisation Kolumbiens, die Nationale Befreiungsarmee (ELN), hat sich am Montag gesprächsbereit über das Schicksal der beiden Deutschen gezeigt, die sie offenbar in ihrer Gewalt hat. In einer auf ihrer Homepage veröffentlichten Erklärung fordern sie die deutsche Regierung auf, einen Unterhändler zu benennen. Außerdem fordern sie Beweise für die tatsächliche Identität der beiden Rentner. Die ELN hatte zunächst den Verdacht geäußert, die beiden Männer - bei denen es sich offenbar um Brüder handelt - seien als »Geheimdienstagenten« tätig.

ELNELNDie Nationale Befreiungsarmee (ELN) Kolumbiens, die zweitgrößte Guerillaorganisation des südamerikanischen Landes, hat eigenen Angaben zufolge zwei Deutsche in ihre Gewalt gebracht. Wie aus einem am Montag auf der Homepage der Aufständischen veröffentlichten Kommuniqué hervorgeht, wurden die beiden Männer bereits vor mehreren Wochen in Catatumbo im Nordosten der Provinz Norte de Santander aufgegriffen. Sie hätten ihre Anwesenheit in dem Gebiet nicht erklären können, deshalb würden sie als Spione betrachtet, so die Guerilla. Wie die Deutsche Welle berichtet, hat sich das Auswärtige Amt in Berlin eingeschaltet.

FARC-EPFARC-EPDie USA und Kolumbien haben auf Miguel Ángel Pascuas Kopfgelder in Höhe von 3,5 Millionen Dollar ausgesetzt – im Exklusivgespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »junge Welt« äußert sich der FARC-Comandante erstmals zu den angelaufenen Friedensgesprächen. Der Regierung seines Landes wirft Pascuas vor, »nicht sauber zu spielen«. So seien zu Beginn der Gespräche in Kuba und Norwegen auf Bitten der kolumbianischen Regierung die internationalen Haftbefehle gegen mehrere FARC-Delegierte aufgehoben worden. »Nach Oslo verlangt die Regierung wieder unsere Festnahme, nur in Kuba und Norwegen gelten die Haftbefehle nicht«, beklagt Pascuas, und er bekundet: »Ich kenne den Feind und seinen Herrn, die USA, sehr gut. Sie wollen, dass wir auf Knien kapitulieren, aber das werden sie nicht erreichen.« Sie würden ihr Ziel aber nicht erreichen. Die FARC-Guerilla wolle über ein anderen Kolumbien für die Mehrheit der Bevölkerung verhandeln, und sei nicht bereit, sich zu ergeben oder sich zu verkaufen.

Guerrillera der FARC-EPGuerrillera der FARC-EPKurz vor der in Havanna beginnenden ersten offiziellen Verhandlungsrunde zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) und der kolumbianischen Regierung von Präsident Juan Manuel Santos hat eine Sprecherin der Guerilla den Regierungstruppen schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Frauen aus der FARC, die in Gefangenschaft gerieten, würden von den Regierungssoldaten misshandelt, erklärte Sandra Ramírez im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „junge Welt“ (Mittwochausgabe).

Für den FriedenFür den FriedenDie Gruppe "Europäerinnen und Europäer für den Frieden in Kolumbien" (ExP) begrüsst den Beginn von formalen Gesprächen zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC-EP. Wir drücken unsere totale Unterstützung für einen politischen Dialog zur Überwindung des bewaffneten Konflikts aus, der in diesem südamerikanischen Land schon über 50 Jahre währt.

Frieden für KolumbienFrieden für Kolumbien»Wir unterstützen die Forderung der kolumbianischen FARC nach einem beidseitigen Waffenstillstand, sobald die Friedensverhandlungen beginnen«, erklärt Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur Mitteilung des Leiters der FARC-Gesprächsdelegation, Mauricio Jaramillo, dass die Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung am 8. Oktober in Oslo beginnen. Staatspräsident Manuel Santos hatte bislang stets betont, dass die militärischen Operationen der Armee weitergeführt würden.

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