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Kategorie: Mexiko

Solidaritätsaktion im März in Berlin. Foto: Montecruz Foto / flickr (CC BY-SA 2.0)Solidaritätsaktion im März in Berlin. Foto:
Montecruz Foto / flickr (CC BY-SA 2.0)
Mit einer Kundgebung haben am vergangenen Sonntag in Stuttgart Angehörige der 43 »verschwundenen« Lehramtsstudenten aus Mexiko gegen die Verzögerung der Ermittlungen gegen die Rüstungsfirma Heckler & Koch durch die Staatsanwaltschaft protestiert. Bei dem seit mehr als fünf Jahren laufenden Verfahren geht es um den Verkauf von Tausenden Sturmgewehren des Typs G-36. 30 dieser Gewehre wurden bei den Ermittlungen über das Schicksal der im vergangenen Jahr verschleppten Studenten konfisziert.

Einer der Demonstranten, Eduardo Moreno Peralta, erklärte nach Angaben des lateinamerikanischen Nachrichtensenders TeleSur, dass »Deutschland die Waffen liefert, mit denen wir unterdrückt werden«. Jedoch habe in der Vergangenheit auch die mexikanische Regierung Waffen an die organisierte Kriminalität verschoben, was dazu führte, dass »unser Land in einer Welle der Gewalt versinkt«. Peralta forderte Deutschland auf, Druck auf die mexikanische Regierung auszuüben.

Der deutsche Publizist und Friedensaktivist Jürgen Grässlin erklärte, dass »die illegal erworbenen Waffen mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Sicherheitskräften in den Konfliktzonen Mexikos verwendet werden, trotz des deutschen Exportverbots für Waffen in Krisengebiete«.

Zwar erlaubte die Bundesregierung 2006 den Export von Waffen nach Mexiko, verbot jedoch deren Gebrauch in vier mexikanische Bundesstaaten, darunter Guerrero, in welchem die 43 Studenten verschleppt und vermutlich getötet wurden.

Die Protestierenden sind Teil einer Delegation aus Menschenrechtsaktivisten und Angehörigen der »verschwundenen« Studenten. Die Delegation befindet sich momentan auf einer Rundreise durch  13 Länder Europas. Bei der knapp einmonatigen Tour wollen die Angehörigen mit politischen Aktivitäten und Vorträgen über den Fall informieren und um Solidarität für ihren Kampf werben. Sie fordern die Aufklärung der Vorkommnisse, insbesondere in Bezug auf den Verdacht der staatlichen Verstrickung in die Entführung der 43.

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