23 | 04 | 2019

Das Volk Nicaraguas und die Sandinistische Revolution feiern heute den 39. Jahrestag ihrer Revolution und ich betone das Wort „feiern“, denn, nachdem man in wenigen Wochen so viele Widrigkeiten gemeinsam bestehen musste, darf man den Kopf hochhalten und sich auf die Geschichte berufen, um weiter zu glauben, dass es zu schaffen ist, dass der Kampf weitergeht, wohl wissend, dass der Weg weiterhin schwierig sein wird.

Die Situation in Nicaragua ist unverändert explosiv. re:volt-Redakteur Jan Schwab spricht mit dem italienischen Journalisten und Lateinamerikaaktivisten Giorgio Trucchi, der seit Beginn des militanten Aufstands im Land ist und über die Auseinandersetzungen zwischen Opposition und Ortega-Regierung berichtet,  über die aktuellen Entwicklungen im mittelamerikanischen Land.

Jan [re:volt]: Guten Tag Herr Trucchi. Sieberichten seit Beginn der Krise am 18. April aus demmittelamerikanischen Land. Wie stellt sich die aktuelleKonfliktsituation aus Ihrer Perspektive dar?

Giorgio Trucchi: DieSituation hier ist um einiges komplizierter, als sie in deninternationalen Medien erscheint. Diese berichten über diepolitische Situation als spontanem Protest gegen die Reform desSozialsystems (INSS), der durch die staatliche Repression in einenVolksaufstand umschlug. Man muss aber viel mehr Elemente des Konflikts berücksichtigen, sowohl seitens der Regierung als auch derOpposition. Dieser Konflikt weist zwei zentrale Dimensionen auf: Einmal die Situation im Land, und dann die internationale Konstellation, in der Nicaragua sich befindet.

WASHINGTON, D.C. -Angesichts des Vorgehens der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, die teilweise die Lage in Nicaragua analyiert hat, sprach der Außenminister dieses mittelamerikanischen Landes am 22. Juni bei der außerordentlichen Sitzung des Ständigen Rats der OAS, um die Prinzipien seines Landes zu verteidigen.

Angesichts der Destabilisierungsversuche der letzten Tage in Nicaragua sei die Position Kubas die erneute Unterstützung für die sandinistische Nation und Regierung unter der Führung von ComandanteDaniel Ortega und Vizepräsidentin Rosario Murillo, erklärte das kubanische Außenministerium am Samstag.

In einer Erklärung des Außenministeriums der Insel erfolgte die Anklage der „Versuche zur Destabilisierung der Republik Nicaragua, ein Land, das in Frieden lebt und wo bemerkenswerte Fortschritte im sozialen Bereich, in der Wirtschaft und in der Sicherheit zugunsten seines Volkes gemacht wurden.“

Was zunächst als ein einfacher Bürgerprotest wegen des Anstiegs der Beiträge zur Sozialversicherung in Nicaragua erschien, mündete in der vergangenen Woche in eine Welle der Gewalt, die wenigstens ein Dutzend Tote und Hunderte von zerstörten Einrichtungen zurückließ.

Angesichts des hohen Grades an Organisation, des Umfangs der Schäden und der Teilnahme von kriminellen Gruppen ergeben sich zwei zentrale Fragen: Was ist der Ursprung der Manifestationen? Wer steht hinter den gewalttätigen Gruppen?

ALBA-TCPDie in Havanna anlässlich des XV. Politischen Rats zusammengekommenen Außenminister der Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerika – Handelsvertrag der Völker :

klagen an und verurteilen das Vorhaben einiger Kongressabgeordneter der Vereinigten Staaten, die für ihre rückschrittliche, respektlose und interventionistische Haltung bekannt sind, im Kongress dieses Landes eine unter dem Namen NICA-ACT bekannte Gesetzesvorlage wieder einzubringen.

FSLNIn Nicaragua haben die Sandinisten den erwarteten Wahlerfolg erreicht. Wie der Präsident des Obersten Wahlrats (CSE) des zentralamerikanischen Landes, Roberto Rivas Reyes, am späten Sonntagabend (Ortszeit) in Managua mitteilte, kam der sandinistische Kandidat und bisherige Staatschef Daniel Ortega nach Auszählung von 21,3 Prozent der Stimmen auf 71,3 Prozent der Stimmen. Die Konkurrenten blieben chancenlos: Der für die Liberale Konstitutionalistische Partei (PLC) antretende Maximino Rodríguez kam demnach auf 16,4 Prozent. José del Carmen Alvarado von der Unabhängigen Liberalen Partei (PLI) erreichte 4,5 Prozent, Saturnino Cerrato Hodgson von der Nicaraguanischen Liberalen Allianz (ALN) 4,1 Prozent. Erick Cabezas von der Konservativen Partei verbuchte 2,6 Prozent, während der für die Allianz für die Republik (APRE) antretende Carlos Canales 1,1 Prozent der Stimmen erreichte.

Wahlkampf der Sandinisten. Foto: La Nueva Radio YaWahlkampf der Sandinisten. Foto: La Nueva Radio YaBei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Nicaragua zeichnete sich am Sonntag eine hohe Wahlbeteiligung ab. Wie der Rundfunksender Radio La Primerísima unter Berufung auf die Universitären Wahlbeobachter (OEU) berichtete, gab es eine »exzellente Beteiligung« an der Abstimmung. Der Ingenieur Telemaco Talavera rief die Bevölkerung bei einer Pressekonferenz auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Er hob den bislang friedlichen, ruhigen und geordneten Verlauf der Wahlen hervor.

Die sandinistische Regierung erfüllt das Vermächtnis von Comandante Carlos Fonseca Amador, Gründer der Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN). Das stellte Carlos Fonseca Terán, Sohn des Comandante Carlos, bei der Ehrung des Revolutionsführers anlässlich seines 37. Todestages am Mausoleum auf dem Platz der Revolution in Managua fest.

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige

on air

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.