Tag der TrauerIn Panama wehen heute die Fahnen auf Halbmast: Die Regierung von Laurentino Cortizo hat den 20. Dezember zu einem „nationalen Tag der Trauer“ ausgerufen. Zum ersten Mal erinnert das zentralamerikanische Land damit offiziell an die Opfer der US-Invasion vor exakt 30 Jahren.

Am 20. Dezember 1989 hatten 20.000 US-Soldaten unter dem Oberbefehl von General Maxwell R. Thurman Panama angegriffen. Ihr Auftrag war der Sturz des zuvor lange von Washington unterstützten Staatschefs Manuel Noriega, der mindestens zehn Jahre lang auf der Gehaltsliste des US-Geheimdienstes CIA gestanden hatte. Solange er ihr nützlich war, hatte die US-Administration über Noriegas schmutzige Drogengeschäfte hinweggesehen. Nun aber befürchtete man in Washington, dass der Diktator den USA die Kontrolle über den Panama-Kanal streitig machen könnte.

Die unabhängige Parlamentsabgeordnete Walkiria Chandler D'Orcy, auf deren Initiative der nationale Trauertag in Panama zurückgeht, erinnerte am Freitag in den „sozialen Netzwerken“ an die Bombennächte 1989 und forderte, es nicht bei einem formellen Gedenken zu belassen: „Eine Fahne auf Halbmast inmitten des Einkaufstrubels und der Silvesterfeiern bringen weder Erinnerung noch Gerechtigkeit für die Trauer und das vergossene Blut eines Volkes, dem 18.000 Menschen vertrieben, 3993 Häuser zerstört und 4,321 Milliarden Dollar Verluste zugefügt wurden und wo auch nach mehreren Jahrzehnten die Gesamtzahl der Toten und Verschwundenen an diesem Datum, das einige vergessen möchten, unbekannt ist.“

Für den heutigen Freitag rufen studentische und linke Gruppen in Panama zu einer Demonstration zum Denkmal für die Todesopfer der Invasion auf. Deren genaue Zahl ist tatsächlich nach wie vor ungeklärt. Das Pentagon sprach 1989 öffentlich von 516 Getöteten, intern war die Rede von 1000 Toten. Andere Untersuchungen gehen von bis zu 4000 Todesopfern aus, die meisten von ihnen Zivilisten. So hatten die US-Soldaten bei ihren Angriffen auf Einrichtungen des panamaischen Militärs in Panama-Stadt in Kauf genommen, die umliegenden Armenviertel zu treffen.

Noriega flüchtete in die Nuntiatur des Vatikans, stellte sich jedoch am 3. Januar 1990 den Invasoren. Er wurde in Miami wegen Drogenhandels zunächst zu 40 Jahren Haft verurteilt, die später auf 30 Jahre reduziert wurden. Am 26. April 2010 überstellten die US-Behörden Noriega an Frankreich, wo er wenige Wochen später wegen Geldwäsche zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. Am 11. Dezember 2011 wurde er schließlich an Panama ausgeliefert und inhaftiert. Dort wurde er Ende Januar 2017 wegen einer Erkrankung in Hausarrest entlassen und starb in der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 2017.

Quellen: Telesur, Walkiria Chandler D'Orcy via Instagram, Wikipedia / RedGlobe

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