23 | 05 | 2019
Kurz gemeldet

Die Geschichte ist voll von selbsternannten Königen, Präsidenten und Gouverneuren; wenn wir die Literatur durchforsten, werden wir auch viele Beispiele finden. Einige dieser realen oder literarischen Personen prägten eine Epoche, andere dienten nur als Hauptdarsteller einer urkomischen Anekdote oder für einen Witz, den man sich in fröhlicher Runde erzählte.

cuba wappenKommuniqué der kubanischen Regierung zur Sabotage der Stromversorgung in Venezuela:

Die Revolutionäre Regierung Kubas veurteilt entschieden die Sabotage der Elektritzitätsversorgung in Venezuela, die einen terroristischen Akt darstellt, der der wehrlosen Bevölkerung eines ganzen Landes zu schaden und sie als Geisel in einem nicht-konventionellen Krieg benutzen soll, der von der US-Regierung gegen die rechtmäßige Regierung entfesselt wird, die vom Compañero Nicolás Maduro Moros und der zivil-militärischen Union des bolivarischen und chavistischen Volkes geführt wird.

venezuela escudoVenezuelas Regierung hat die noch im Land verbliebenen US-Diplomaten zum Verlassen des Landes aufgefordert und ihnen dafür 72 Stunden Zeit gegeben. Hintergrund ist das Scheitern von Gesprächen zwischen beiden Seiten über die Einrichtung von Interessenvertretungen. Diese Entscheidung sei dem diplomatischen US-Vertreter James Story am Montag mitgeteilt worden, sagte Außenminister Jorge Arreaza. Am Montagabend (Ortszeit) kündigte US-Außenminister Mike Pompeo dann den Abzug der letzten Vertreter aus Caracas innerhalb einer Woche an und begründete  dies mit der »sich verschlechternden Situation« in Venezuela. Zudem sei die Anwesenheit von Diplomaten in der Botschaft in Caracas »zu einem Hindernis für die US-Politik geworden«, so Pompeo.

Wir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung das Kommuniqué der venezolanischen Regierung.

Die interessierte Öffentlichkeit hört seit Tagen kaum noch etwas über die Entwicklungen in Venezuela. Wurde am Freitag der vergangenen Woche in den bürgerlichen Medien noch der massive Stromausfall in großen Teilen des Landes genüßlich ausgewalzt, so trat auch darüber bald relative Stille ein, nachdem bekannt wurde, daß die Ursache nicht in der Unfähigkeit der Regierung zu suchen ist, sondern daß nur eine gezielte Sabotage der Grund gewesen sein kann. Zumal ein Senator der USA – der sich schon oft als Sprachrohr derjenigen hervorgetan hat, die alles hassen, was mit antiimperialistischer Politik in Kuba, Venezuela, Nicaragua, Bolivien oder sonstwo im »Hinterhof der USA« zu tun hat – sich nicht zurückhalten konnte, die freudige Nachricht über den Stromausfall per Twitter zu verkünden, als selbst die Betroffenen noch nicht wußten, was passiert war.

Venezuela sei seit Donnerstag das Opfer einer der größten Aggressionen in 200 Jahren nationaler Souveränität, sagte der Präsident des südamerikanischen Landes, Nicolás Maduro, am Samstag bei einer antiimperialistischen Großdemonstration in Caracas. Die Regierung arbeite jedoch mit aller Kraft daran, die Schäden zu beheben, die durch Cyber-Sabotage entstanden seien und in 18 der 24 Staaten zu Stromausfällen geführt sowie Schäden in der Telekommunikation verursacht habe.

Eine neue Aggression gegen Venezuelas Stromversorgungssystem wurde am Donnerstagnachmittag von der venezolanischen Regierung angeprangert. Der Minister für elektrische Energie, Luis Motta Domínguez, erklärte, dass die Sabotage im Erzeugung- und Übertragungsbereich in Guri, Bolívar (im Osten) stattgefunden habe.

pcvVon Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas

Der Konflikt mit Venezuela muss in dem umfassenderen Kontext der USA gesehen werden, die auf dem amerikanischen Kontinent nach Herrschaft und Hegemonie streben. Die Politik der Plünderung wurde als entscheidend für das Wachstum der USA in den letzten 200 Jahren angesehen. Und in gewisser Weise spiegelt sie die derzeitige Haltung Washingtons gegenüber der lateinamerikanischen Einheit wider. Trump möchte mit den verschiedenen Nationen eins zu eins zusammenarbeiten und sieht die Tatsache der Einheit unter Ausschluss der USA als Hindernis für die Manipulation einzelner Staaten durch die USA. Dieser Impuls trägt dazu bei, die Beziehungen der USA zu Lateinamerika zu regeln, was zu diesem Versuch führt, die ordnungsgemäß konstituierte Regierung in Venezuela zu stürzen.

Venezuelas Regierung macht Sabotage für den Stromausfall verantwortlich. Screenshot: TeleSurVenezuelas Regierung macht Sabotage für den Stromausfall verantwortlich. Screenshot: TeleSurEin landesweiter Stromausfall hat Venezuela am heutigen Freitag einen unfreiwilligen Feiertag beschert. Wie Vizepräsidentin Delcy Rodríguez am Morgen mitteilte, sollen heute alle Betriebe, Schulen und Universitäten geschlossen bleiben. Zugleich versicherte die Regierung, dass die Sicherheitskräfte im Einsatz seien, um die Ordnung zu gewährleisten.

Wie zuvor kommen die wichtigsten destabilisierenden Impulse von außen. Nachdem man nach dem Fiasko mit dem gescheiterten „humanitären Durchbruch“ mit „doppeltem Boden“ wieder zu sich gekommen war (wir erinnern uns sehr gut, was die Medien dazu schrieben – „humanitäre Hilfe“, zu der verdorbene Lebensmittel und Medikamente sowie Drahtzäune und Materialien zur Errichtung von Barrikaden gehörten), begann Washington mit der Entfachung einer neuen Inszenierung. Zunächst beleuchtete es mit größter Zähigkeit die „erste Auslandsreise“ des so genannten „Interimspräsidenten“, auf die er trotz des Verbots des Obersten Gerichts ging. Danach drohten sie ebenso energievoll mit Folgen, falls es mit diesem Herren nach seiner Rückkehr etwas passiert. Wie wir sehen, ging die Regierung von Nicolas Maduro nicht auf die Provokation ein, er konnte auf einer gemeinsamen Grundlage die Passkontrolle bei der Einreise passieren. Vor den Kameras wurde die Show fortgesetzt. Wollen wir nicht rätseln, was in dieser Inszenierung weiter sein wird, doch diese Show ist natürlich nicht endlos.

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