18 | 06 | 2019

Foto: lubrio / flickr.comDie Indígena-Hilfsorganisation »Survival International« hat eingeräumt, dass es offensichtlich kein Massaker an Angehörigen der Yanomami im Süden Venezuelas gegeben hat. Wochenlang hatte die Organisation zuvor Angaben der Behörden in Zweifel gezogen und auf der Annahme der Ermordung von mehreren Dutzend Indígenas beharrt. Heute erklärte sie jedoch: »Nachdem Survival nun selbst Aussagen von vertraulichen Quellen erhalten hat, glauben wir, dass es keine Attacke von Goldgräbern auf die Yanomami-Siedlung von Irotatheri gegeben hat.«

Vier weniger für CaprilesVenezuelas Opposition zerlegt sich wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl weiter. Vier kleiner Parteien, die bislang beim Nationalen Wahlrat (CNE) als Unterstützer von Henrique Capriles Radonski registriert waren, haben heute offenbar gegenüber der Behörde ihre Nominierung des wichtigsten Oppositionskandidaten zurückgezogen. Medienberichten zufolge haben die Parteien »Manos por Venezuela«, »Vota Piedra«, »Cambio Pana« und »Unidad Democrática« Capriles den Rücken gekehrt, weil sie sich im Oppositionsbündnis nicht ausreichend repräsentiert fühlten.

TeleSur-Reporter Rolando Segura bei den YanomamiVenezuelas Behörden haben Berichte über ein Massaker an Indígenas im Süden des Landes zurückgewiesen. Auch ein Team des lateinamerikanischen Fernsehsenders TeleSur suchte nach eigenen Angaben »zu Lande und aus der Luft« nach Anzeichen für ein solches Verbrechen, konnte jedoch auch Tagen nichts finden. Die Indígena-Hilfsorganisation »Survival International« kritisiert dies jedoch als »Schönfärberei«.

Rodrigo ChavesDie Tageszeitung »junge Welt« veröffentlicht in ihrer heutigen Ausgabe ein längeres Interview mit dem neuen Botschafter der Bolivarischen Republik Venezuela in der Bundesrepublik Deutschland, Rodrigo Chaves. Er hat Ende August sein Beglaubigungsschreiben dem Bundespräsidenten Joachim Gauck überreicht und ist seither offiziell im Amt. Mit freundlicher Genehmigung der Zeitung übernehmen den Wortlaut des Gesprächs.

Seit wenigen Tagen sind Sie Botschafter Venezuelas in Berlin. Wie würden Sie sich selbst vorstellen? Wer ist Rodrigo Chaves?


Rodrigo Chaves ist Chirurg, ein venezolanischer Arzt. Ich komme aus einer Familie von Akademikern – Medizinern und Historikern. Seit meiner Zeit als Universitätsstudent bin ich in den sozialen Kämpfen engagiert. Je mehr sich die sozialen, ökonomischen und politischen Realitäten Venezuelas in den 80er Jahren verschlechterten, desto aktiver wurde ich in meinem natürlichen Umfeld.

William Ojeda

Homepage des AufrufsEin aus Kuba lancierter Aufruf zur Solidarität mit der Bolivarischen Revolution Venezuelas ist einen Monat vor den Wahlen in dem südamerikanischen Land bereits mehr als 825.000 mal unterzeichnet worden. Der Aufruf des »Kubanischen Kapitels des Netzwerks von Intellektuellen, Künstlern und sozialen Kämpfern zur Verteidigung der Menschheit« unter der Überschrift »Unsere Solidarität mit dem bolivarischen Venezuela« spricht sich für die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten Hugo Chávez und für eine Fortsetzung des revolutionären Prozesses aus.

William OjedaVenezuelas Opposition zerlegt sich selber. Nach dem Aufruf des früheren Gouverneurs von Anzoátegui, David de Lima, nicht den Oppositionskandidaten Henrique Capriles Radonski zu wählen, trat gestern abend der Parlamentsabgeordnete William Ojeda vor die Fernsehkameras. Der bisher der Partei Un Nuevo Tiempo (UNT) angehörende Politiker verurteilte die geheime Agenda einer neoliberalen Wirtschaftspolitik, die Capriles umsetzen wolle, wenn er die Wahlen am 7. Oktober gewinnt. »Wir Demokraten Venezuelas akzeptieren keine geheimen Agenden und neoliberalen Obsessionen«, sagte er und forderte das Oppositionsbündnis MUD auf, offen seine Politik zu diskutieren.

Gehackte Seite der KP VenezuelasIn der Nacht von Sonntag auf Montag ist die Homepage der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) Ziel einer Hackerattacke durch Anhänger der Opposition geworden. Die Angreifer zerstörten Teile der Datenbank und hinterließen anstelle der Startseite Propagandalosungen der Opposition. Derzeit ist unter der Adresse www.tribuna-popular.org übergangsweise eine provisorische Seite der Partei zu erreichen. Gegenüber RedGlobe erklärten Vertreter der PCV, die reguläre Seite werde in Kürze wiederhergestellt. Es werde den ultrarechten Angreifern nicht gelingen, die revolutionäre Stimme der venezolanischen Kommunisten zum Schweigen zu bringen.

David De Lima bei VenevisiónDer unabhängige venezolanische Oppositionelle David De Lima hat am Montag noch einmal bekräftigt, dass ein von ihm vor rund zwei Wochen im privaten Fernsehsender Venevisión vorgelegtes Geheimpapier des Oppositionsbündnisses MUD authentisch ist. In diesem Papier werden die wichtigsten Leitlinien der Wirtschaftspolitik einer Regierung von Henrique Capriles Radonski festgezurrt, die neoliberal ausgerichtet sind und damit in klarem Widerspruch zu den Parolen der Regierungsgegner im Wahlkampf stehen. Während führende Vertreter der MUD abstritten, dass das Papier irgendeinen Wert habe, legte De Lima ein weiteres Dokument vor, das die Unterschriften der führenden Oppositionssprecher trägt, darunter die des Präsidentschaftskandidaten. Die Opposition verfolge ein »verborgenes Denken und Inhalte, die das Land in einen Bürgerkrieg stürzen« könnten, warnte der Politiker und rief dazu auf, Capriles Radonski nicht zu wählen.

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige

on air

RedGlobe Links

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.