Sonntag, 23. April 2017
Solidaritätsanzeige

Lateinamerika und Karibik

Nach dem Gipfel der G-20, welcher die Aufmerksamkeit der Welt erregte, kamen über die Nachrichtenagenturen weiterhin Pressemeldungen über die fieberhafte Tätigkeit desjenigen an, der der Star von London war: der neue Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, der sich in der Phase seiner ersten 100 Tage Amtszeit befindet, wobei er aufmerksam von allen denen beobachtet wird, welche die internationale Politik aus der Nähe verfolgen.

Während in London der Gipfel der G-20 begonnen und am 2. April abgeschlossen wurde, schrieb Karen DeYoung, die bekannte Journalistin der Washington Post, in diesem einflussreichen Presseorgan: »Senator Richard G. Lugar hat Präsident Obama eindringlich gebeten, einen Sonderbeauftragten zu benennen, um direkte Gespräche mit der kommunistischen Regierung der Insel zu beginnen.«

Gestern Mittag, also am Freitag, 3. April, hatte ich ein knapp zweistündiges Treffen mit Daniel Ortega und seiner Ehefrau Rosario Murillo.

Wie ich Daniel in einem am Nachmittag an ihn gesendeten Brief mitteilte, war ich von dem Treffen angenehm beeindruckt. Ich habe ihm für die Gelegenheit gedankt, Einzelheiten seines Kampfes in Nicaragua kennen lernen zu können.

Der Präsident der Vereinigten Staaten erklärte auf einer Konferenz zum Abschluss des Gipfels der G-20 um 14:30 Uhr Ortszeit Kuba, dass die Arbeitslosigkeit in seinem Land ihren Höchstwert der letzten 26 Jahre erreicht hat.

In der Vergangenheit hat die Welt gegenüber Krisen dieser Art nicht mit der notwendigen Schnelligkeit reagiert, sagte er. Wir haben jetzt die Geschichtslektionen gelernt. Manche Presseleute haben Zweifel über unsere Fähigkeit zur Erreichung eines Übereinkommens zum Ausdruck gebracht. Sie haben die ehrliche Debatte mit unvereinbaren Meinungsverschiedenheiten verwechselt, aber wir haben bewiesen, dass es möglich ist, Konsense zu erreichen.

Heute begann das G-20-Gipfeltreffen. Die Wirtschaftsexperten haben enorme Anstrengungen unternommen. Einige haben Erfahrung in der Ausübung wichtiger internationaler Ämter, andere als gelehrte Forscher. Das Thema ist komplex und die Sprache neu; eine Sprache, die verlangt, dass man sich mit den Begriffen, den ökonomischen Daten, den internationalen Organisationen und den bedeutendsten internationalen politischen Führungskräften auskennt. Deshalb bemühen wir uns, das, was in London geschieht, zu vereinfachen und auf verständliche Weise zu erklären, so, wie ich die Dinge sehe.

Die Finanzkrise ist nicht das einzige Problem, es gibt ein noch schlimmeres, da es nicht mit der Art und Weise von Produktion und Vertrieb zu tun hat, sondern mit der Existenz selbst. Ich meine den Klimawandel. Beide sind sehr gegenwärtig und es wird über beide gleichzeitig diskutiert werden.

Am kommenden Sonntag, 5. April, werden in Bonn die Gespräche der UNO über den Klimawechsel wieder aufgenommen. Etwa 190 Länder versuchen, ein Abkommen über die Verminderung der Treibhausgase für die Zeit nach 2012 zu erreichen, wenn das Kyoto-Protokoll abläuft.

Am Dienstag, 31. März, habe ich in der Frühe eine Notimex-Agenturmeldung vom 30. März mit folgendem Wortlaut gelesen: »„Alan García, Präsident von Peru, hat heute den Rückzug seines Landes aus dem unter der Schirmherrschaft der Regierungen von Venezuela und Kuba stehenden humanitären Programm ‘Misión Milagro’ zur Behandlung von Augenheilkunde-Patienten als ‘vernünftig’ bezeichnet.«

»Indem er die Effizienz der staatlichen Essalud bei Grauer Star-Operationen unterstrich, sagte das peruanische Staatsoberhaupt gegenüber den Journalisten, dass ‘es keinen Grund mehr für die Weiterführung der’ aus ausländischen Ärzten  bestehenden ‘Mission’ gäbe.«

Beim Baseball Classic und dem Fußball füllen sich die Stadien und begeistern die Massen auf der ganzen Welt. Natürlich sind wir alle der Meinung, Experten auf diesem Gebiet zu sein – unter anderem ich selbst – und wir diskutieren heftig mit jedem.
Aber wenn es um die Wirtschaft geht, wo Dinge geschehen, die entscheidend für die gesamte Welt sind, kann man diejenigen an den Fingern abzählen, die sich für das Thema interessieren. Ich habe in unserer Presse das Ereignis gesucht und kein einziges Wort über das G-20-Treffen gefunden, das in zwei Tagen in London beginnen wird.

Über die Reflexion in CubaDebate unter dem Titel „China, die zukünftige Wirtschaftsgroßmacht“, die in unserer Presse am Montag, 30. März, veröffentlicht wurde, haben die meisten internationalen Agenturmeldungen nur das berichtet, was mit meiner Kritik an Bidens Erklärungen in Viña del Mar zusammenhängt. Lediglich EFE widmete dem Hauptthema des Artikels einige Zeilen im letzten Teil ihrer Meldung. Die wachsende Rolle Chinas in der Weltwirtschaft anzuerkennen, ist eine bittere Erfahrung für den Westen.

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