Mittwoch, 26. April 2017
Solidaritätsanzeige

Naher und Mittlerer Osten

Großdemonstration in Düsseldorf. Foto: Perspektive Kurdistan / FacebookZehntausende Menschen haben heute in Düsseldorf gegen das drohende Massaker in Kobanê demonstriert. Die Teilnehmerzahl lag weit über den ursprünglichen Erwartungen von etwa 12.000 Menschen. Während die Polizei mehr als 20.000 Teilnehmer zählte, gingen Schätzungen kurdischer Gruppen von rund 80.000 Menschen aus.

Wie der Informationsdienst Civaka Azad berichtete, riegelte die Düsseldorfer Polizei einige Minuten nach dem Start den Demonstrationszug ab und ließ aus Sicherheitsgründen keine weiteren Menschen mehr in Richtung Abschlusskundgebung weiterlaufen. Zehntausende mussten an der Rheinpromenade stehenbleiben.

Spiegel und FAZ lügen. Screenshot und Montage: RedGlobeEine Bewertung von Civaka Azad, 08.10.2014

Es herrscht nicht nur Krieg in Kobanê. Seit spätestens gestern (7.10.2014) herrscht auch Kriegszustand in Nordkurdistan und in der Türkei. Es erreichen uns immer wieder Nachrichten von getöteten Demonstranten. Es scheint als haben sich alle dunklen Kräfte in der Türkei, die in den 90er Jahren den schmutzigen Krieg in Kurdistan geführt hatten, wiedergefunden: Es führen türkischen Soldaten, das türkische Militär, Dorfschützer sowie Mitglieder und Anhänger der radikalislamistischen Hizbullah (Nicht mit der Hisbollah zu verwechseln, welche im Libanon aktiv ist), die als paramilitärische Kraft in den 90er Jahren Terror auf den Straßen Kurdistans verbreitet hat und sich heute als politische Partei mit dem Namen Hüda-Par organisiert, einen gemeinsamen Kampf gegen Kurdinnen und Kurden, die überall auf die Straßen gehen.

Foto: Özgür GündemDie Welt schaut schier hoffnungslos zu, wie sich in der syrischen Stadt Kobani die radikal-islamistischen Gotteskrieger des »Islamischen Staates« seit Tagen Gefechte mit den kurdischen Verteidigern der Stadt liefern. Aus »sicherer Entfernung« beobachten türkische NATO-Soldaten und sensationsgierige Journalisten die Rauchwolken der Explosionen und das Hissen der schwarzen Gotteskrieger-Flaggen auf immer mehr Gebäuden der Stadt.

Türkische KP gegen IS und ImperialismusWir dokumentieren nachstehend zwei aktuelle Erklärungen der türkischen Kommunistischen Partei (KP) zur Lage in der Türkei und Kurdistan. Die KP ist aus der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) hervorgegangen, die sich vor einigen Monaten gespalten hat. Die deutschsprachige Übersetzung besorgten in Deutschland lebende Mitglieder der KP, die das Internetportal kp-almanya.org betreiben.

Die Belagerung der Stadt Kobanê führt uns die unmenschliche Fratze der Reaktionären vor Augen. Nicht nur die IS, auch Tayyip Erdogan und Ahmet Davutoglu und deren Kriegskabinett sowie ihre regionale Machtpolitik ist an dem möglichen Massakern durch IS in Kobanê verantwortlich.

Kommunistische Partei der TürkeiKommunistische Partei der TürkeiWir dokumentieren nachstehend eine Erklärung der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) vom 2. Oktober 2014, die uns heute in deutscher Übersetzung übermittelt wurde. Die TKP ist eine der verschiedenen unter diesem oder ähnlichen Namen arbeitenden Parteien und bezieht sich auf die 1920 gegründete TKP.
 
Landsleute, Völker der Türkei und Kurdistans, internationale demokratische Öffentlichkeit,

der türkische Staat, die AKP-Regierung spielen mit dem Feuer. Um die IS-Terrororganisation, die sie finanziell und technisch bisher unterstützt haben, auch weiterhin zu unterstützen und in der Region das Kriegsfeuer zu entfachen, wird sie die Zustimmung des Parlaments für Kriegseinsätze im Ausland einholen. Somit wird sowohl die Türkei als auch Kurdistan zum Spielplatz des einheimischen und ausländischen Militärs werden.

Halt stand, freies Kobane!Halt stand, freies Kobane!Wir dokumentieren nachstehend eine Erklärung der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) zur Solidarität mit dem kurdischen Widerstand in Rojava:

Nach drei Wochen der erfolgreichen Verteidigung der Stadt Kobanê (arabisch: Ain Al-Arab) durch die Volksverteidigungseinheiten (YPG) ist der Islamische Staat (IS) nun bis ins Stadtzentrum von Kobanê vorgerückt. Den Kanton Kobanê hat der IS bereits im Laufe der letzten Wochen erobert. Sollte die Stadt Kobanê fallen, bricht auch die Verbindung zwischen den Autonomiegebieten Efrîn und Qamischli ab, die zusammen Rojava bzw. Westkurdistan bilden. Kobanê gilt als Zentrum der kurdischen Selbstverwaltungsgebiete im Norden Syriens. Die kurdischen Autonomiegebiete werden von allen Seiten bekämpft, sie unterliegen Blockaden, sodass der Aufbauprozess einer eigenen Verwaltung ein steiniger Weg war. Trotzdem wurden in diesem Prozess innerhalb der letzten zwei Jahre große Fortschritte gemacht. Ziel war die Errichtung einer solidarisch organisierten Selbstverwaltung.

Deutsche Kommunistische ParteiDeutsche Kommunistische ParteiWir dokumentieren nachstehend einen Aufruf des DKP-Vorsitzenden Patrik Köbele und seiner Stellvertreter Wera Richter, Hans-Peter Brenner und Nina Hager zur Lage in Kurdistan:

Die Vorsitzenden der DKP rufen zur dringenden Solidarität mit den Verteidigern der kurdischen Stadt Kobanê (Nordsyrien) auf, die sich gegen die bereits in die Stadt eingerückten Mörderbanden des IS – Islamischer Staat – verteidigen.

Verteidiger von Kobanê. Foto: ISKUVerteidiger von Kobanê. Foto: ISKUSa., 11. Oktober 2014, 10.00 Uhr, Düsseldorf, vor dem DGB-Haus, Friedrich-Ebert-Straße, (gegenüber Hauptbahnhof)

Der Kanton Kobanê in Rojava, im Norden Syriens, wird seit mehr als drei Wochen von den Terrorbanden des Islamischen Staates (IS) an drei Seiten, und von türkischen Truppen im Norden, belagert. Gegen ein drohendes Massaker an der kurdischen Bevölkerung Kobanês kämpfen zur Stunde an den Grenzen der Stadt Selbstverteidigungseinheiten der YPG/YPJ in einem entschlossenen und mutigen Widerstand mit leichten Waffen gegen die Panzer und eine schwere Artillerie des IS. Fast stündlich werden neue Angriffswellen des IS zurückgeschlagen.

Kommunistische Jugend ÖsterreichsKommunistische Jugend ÖsterreichsWir dokumentieren nachstehend eine Erklärung des Vorsitzenden der Kommunistischen Jugend Österreichs (KJÖ), David Lang, der aus Solidarität mit den bedrohten Menschen in Kobanê in einen 48-stündigen Hungerstreik getreten ist:

Ich gebe hiermit bekannt mit dem 7. Oktober in Solidarität mit Rojava in einen 48-stündigen Hungerstreik zu treten. Zwar mag diese Kampfform nicht unumstritten sein, dennoch stellt sich die Frage danach im Moment meiner Meinung nach nicht mehr auf einer politischen sondern auf einer persönlichen Ebene. Unsere Handlungsmöglichkeiten mögen in Österreich beschränkt sein. Dennoch haben wir Möglichkeiten Öffentlichkeit zu schaffen und unmittelbar solidarisch zu sein.

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