25 | 02 | 2020

Katalanische Fahne mit rotem Stern: die EsteladaIn Katalonien wächst die Unterstützung für eine Trennung von Spanien. Zugleich nimmt auch die Unterstützung für die auf Unabhängigkeit setzenden Republikanische Linke (ERC) zu, die bei den nächsten Wahlen erstmals stärkste Kraft im katalanischen Parlament werden könnte. Das ist das Ergebnis des jüngsten Stimmungsbarometers des Centre d'Estudis d'Opinió (CEO), einem Institut der katalanischen Regionalregierung Generalitat, das das Internetportal VilaWeb heute veröffentlichte.

Wenn das für 2014 vorgesehene Referendum über die Souveränität der autonomen Region bereits morgen stattfinden würde, würden 54,7 Prozent der Befragten für die Unabhängigkeit stimmen, nur 20,7 Prozent würden sich dagegen aussprechen und 17 Prozent enthalten. 6,4 Prozent der Befragten wollten nicht antworten oder sind sich bislang nicht sicher. Umgerechnet auf ein Abstimmungsergebnis, in dem nur Ja und Nein zählen, würde dies VilaWeb zufolge ein Ergebnis von 72 Prozent für die Abtrennung gegenüber knapp 23 Prozent pro-spanischer Voten ergeben.

 

Hauptgrund für das Votum gegen Spanien sind der Umfrage zufolge wirtschaftliche Gründe (29,4 Prozent), gefolgt von der Aussage, dass Katalonien besser werden würde (18,8 Prozent). Weitere Gründe sind das bei den übrigen Regionen empfundene Unverständnis für die Anliegen der Katalanen (14,7 Prozent), mehr Möglichkeiten, über die eigenen Angelegenheiten zu entscheiden (13,5 Prozent) oder auch das Gefühl der katalanischen Identität (10,7 Prozent). Bei den Gegnern einer Abtrennung überwiegen als Gründe der Wunsch nach einer Bewahrung der Einheit Spaniens (31,2 Prozent), die eigene spanische Identität (18,6 Prozent) und das Gefühl, dass eine Loslösung für Katalonien nicht positiv wäre (14,6 Prozent). 12,5 Prozent von den Gegnern sind zudem der Meinung, dass eine Unabhängigkeit undurchführbar wäre.

Das Institut fragte auch danach, als was sich die Befragten fühlten. Nur als Spanier fühlten sich demnach lediglich 2,9 Prozent, weitere 2,7 Prozent eher spanisch als katalanich. Demgegenüber antworteten 35,1 Prozent, dass sie sich sowohl spanisch als auch katalanisch fühlten, eher katalanisch als spanisch antworteten 27,9 Prozent und nur katalanisch 29,1 Prozent.

Auf die Frage, welche Beziehung zu Spanien Katalonien haben solle, sprachen sich 46,4 Prozent dafür aus, einen unabhängigen Staat zu bilden. Einen eigenen Staat innerhalb eines föderal organisierten Spanien würden 22,4 Prozent befürworten. Wie bislang als autonome Gemeinschaft innerhalb Spaniens sehen 20,7 Prozent ihr Land, während lediglich 4,4 Prozent Katalonien als einfache Region Spaniens wahrnehmen wollen.

Das CEO fragte auch nach den politischen Präferenzen der Katalanen. Wenn heute Wahlen zum katalanischen Parlament wären, würde die Republikanische Linke Kataloniens (ERC) erstmals stärkste Kraft werden. Die offen für die Unabhängigkeit eintretende Partei würde demnach 20,9 Prozent erhalten und damit vor der momentan regierenden bürgerlich-nationalistischen CiU (Convergència i Unió, eine Allianz aus zwei liberal-konservativen Regionalparteien), die auf 19,3 Prozent kommen würde. Aufgrund des Wahlrechts würde die CiU nach Sitzen trotzdem mit 40 bis 42 Mandaten die stärkste Fraktion im Parlament bilden können, die ERC käme auf 27 oder 28 Sitze. Die sozialdemokratische PSC würde mit 19 bis 20 Mandaten die drittstärkste Fraktion bilden können, obwohl sie nach Stimmen mit nur noch 6,6 Prozent hinter dem Linksbündnis ICV-EUiA nur das viertbeste Ergebnis erreichen würde. Die Initiative für Katalonien / Grüne - Vereinigte und alternative Linke, an der auch die kommunistischen Parteien PCC und PSUC-viu beteiligt sind, käme auf 9,5 Prozent und 12 bis 13 Sitze. Obwohl sie nur noch 1,8 Prozent der Stimmen erreichen würdem könnte die in Madrid regierende Volkspartei (PP) mit 16 oder 17 Sitzen rechnen. Ebenfalls wieder im Parlament vertreten wäre die linksradikale Kandidatur der Volkseinheit (CUP) mit 4,4 Prozent und 4 bis 6 Sitzen sowie die gegen eine Unabhängigkeit auftretenden Ciutadans (C's), die auf 4,2 Prozent und 11 oder 12 Sitze kommen könnten.

Quelle: VilaWeb / RedGlobe

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