16 | 12 | 2019

ARD-Tagesschau, 18. August 2014, 20 UhrEs vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Lügen über die Situation in der Ukraine verbreitet werden. Manche davon sind so haarsträubend, dass man sie zwei- oder dreimal lesen muß, um den Inhalt zu erfassen. Das Gefährliche daran hat mindestens zwei Seiten: Einerseits werden sie von Leuten erfunden, die offensichtlich bei Hitlers Propagandaminister in die Lehre gegangen sind. Der hatte bekanntlich erklärt, dass eine Lüge nur groß genug sein müsse, damit sie geglaubt wird. Und andererseits gibt es offensichtlich in den Chefetagen aller bürgerlichen Medien keinen Verantwortlichen, der in der Lage ist, eine Lüge als Lüge zu erkennen. Möglicherweise ist es sogar noch schlimmer: Die verantwortlichen Redakteure erkennen die Lüge als solche und verbreiten sie dennoch.

 

Besonders beliebt ist die Lüge von den »prorussischen Separatisten«. Da hat man ein tolles Feindbild, das allerdings mit der Wahrheit nichts zu tun hat. Die Aufständischen in der Ostukraine und die meisten ihrer Anführer sind in erster Linie Menschen, die mit dem Regime in Kiew einfach nichts zu tun haben wollen. Da aber die westlichen Medien die Lüge verbreitet hatten, die Protestierenden, die monatelang auf dem Unabhängigkeits-Platz in Kiew dauerdemonstrierten, seien Leute, die den Willen des gesamten ukrainischen Volkes zum Ausdruck brächten, kann man jetzt nicht eingestehen, dass es eben anders war und ist.

Sehr beliebt ist auch die Lüge von den »prowestlichen Demokraten«, die in Kiew nun das Sagen übernommen haben. Und die natürlich mit irgendwelchen Faschisten, die es vielleicht geben mag, nichts zu tun haben. Die Wahrheit ist, dass Faschisten unterschiedlicher Couleur von Anfang an das Heft beim Umsturz in der Hand hatten und auch heute weiterhin die politische Linie bestimmen. Auf dem Maidan prägt heute ein Riesenposter das Gesamtbild – das zuweilen auch bei Berichten von TV-Korrespondenten als Hintergrund dient. Es trägt die Aufschrift »Ruhm der Ukraine – Ruhm den Helden«. Das ist der Gruß der alten Bandera-Faschisten, der heute unter den »prowestlichen Demokraten« üblich ist. Dass die »Nationalgarde« vorwiegend aus gewaltbereiten Nazis besteht, spricht sich zwar herum, wird aber in den Chefetagen der bürgerlichen Medien nicht zur Kenntnis genommen.

Die Lüge vom Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine durch die Regimegegner geistert immer noch herum, obwohl alle versprochenen »Beweise« sich entweder als gefälscht, haarsträubend schlecht oder gar nicht existent herausgestellt haben. Dann wurde gelogen, die Aufständischen wollten die Aufklärung verhindern, während in Wirklichkeit das Putschregime den Befehl erteilt hatte, die Absturzstelle militärisch zu erobern und damit faktisch die dort möglicherweise vorhandenen Spuren zu vernichten.

Am Wochenende geisterte nun eine russische Panzerkolonne durch die Medien, die angeblich in die Ukraine eingedrungen war, aber von den heldenhaften Verteidigern der ukrainischen Erde aufgehalten und »teilweise« vernichtet wurde. Während die Medien ansonsten gern jede einzelne Patronenhülse fotografieren lassen, fehlt von den »russischen Invasoren«, von denen auch NATO-Chefpropagandist Rasmussen schwätzte, keine Spur zu sehen. Am Montag folgte die Meldung, die »prorussischen Separatisten« hätten auf flüchtende Ukrainer geschossen. Auf welcher Seite der Trennlinie zwischen Lüge und Wahrheit diese »Nachricht« gehört, wissen aufmerksame Leser schon längst.

Uli Brockmeyer, Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige
Le syndicat de classe grec PAME solidaire des...
Evo Morales renuncia a presidencia de Bolívia
Evo Morales convoca a nuevas elecciones - 10/...
Dos medios estatales de Bolivia denuncian int...
Evo Morales convoca a partidos a dialogar par...
Lula é solto em Curitiba e faz pronunciamento...

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.