Mittwoch, 24. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Klimaproteste in KopenhagenIn Kopenhagen zeichnet sich ein Scheitern des UN-Klimagipfels ab. Vor den heute beginnenden Konsultationen der Umweltminister aus den 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen hat die  dänische Konferenzpräsidentin Hedegaard angekündigt, neue Entwürfe für ein Abkommen  vorlegen zu wollen. Darin wird Medienberichten zufolge zwar eine Reduzierung der Treibhausgase »empfohlen«, konkreten Zahlen enthält der Text aber nicht mehr. Auch bei den geplanten Finanzhilfen für Entwicklungsländer wurden sämtliche Zahlen gestrichen. Damit scheint sich zu bestätigen, was Umweltorganisationen und die Vertreter der Entwicklungsländer befürchteten, nämlich dass die reichen Staaten sich weigern, sich auf konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz festlegen zu lassen.
Davor hatte zu Wochenbeginn bereits das Gipfeltreffen der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) in Havanna gewarnt, als dessen Vertreter die Präsidenten Boliviens, Evo Morales, und Venezuelas, Hugo Chávez, am Dienstagabend in Kopenhagen eintrafen. Sie wurden in der dänischen Hauptstadt von Vertretern der Stadt und ihrer Botschaften empfangen. Chávez wird heute gegen 13 Uhr in der Klimakonferenz das Wort ergreifen.

Für Donnerstag ist eine Großveranstaltung zur Solidarität mit den Ländern Lateinamerikas in der Konzerthalle Valbyhallen angekündigt, zu der als Hauptredner Chávez und Morales erwartet werden.

Bereits am Dienstag hatte der bolivianische UN-Botschafter Pablo Solón kritisiert, dass die reichen Länder bei der Klimakonferenz weniger Geld für die Bekämpfung des Klimawandels anbieten, als sie im zu Ende gehenden Jahr für die Rettung der Banken und für den Krieg im Irak ausgegeben haben. Auch in der Abschlußerklärung des ALBA-Gipfels heißt es: »Die Absicht der entwickelten Länder, ein politisches Abkommen durchzusetzen, das 80 Prozent der Weltbevölkerung zu einem Leben in Unterentwicklung und Armut verurteilen würde, ist inakzeptabel, kann keine politische Option sein und stellt ein ernsthaftes Hindernis für das Erreichen eines gerechten und ausgeglichenen Ergebnisses in Kopenhagen dar. (...) Die sich aus dem Temperaturanstieg ergebene Umweltkrise ist die Konsequenz des kapitalistischen Systems, des unerträglichen Produktions- und Konsummodells der entwickelten Länder, einer der übrigen Welt aufgezwungenen räuberischen Entwicklung und des fehlenden politischen Willens, die im Kyoto-Protokoll festgelegten Verpflichtungen vollständig und effektiv zu erfüllen.«

Evo Morales hatte bereits im Vorfeld der Klimakonferenz gefordert, die Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer mit den Umweltschulden der Industriestaaten zu verrechnen: »Anstatt von uns die Schulden einzutreiben, sollten die kapitalistischen Länder lieber bezahlen«, forderte er. »Schuld haben der Kapitalismus und der Imperialismus, denn sie sind Formen unbegrenzter Industrieentwicklung. Natürlich brauchen wir Industrie, aber es geht darum, sie zu begrenzen.« Ohne eine grundsätzliche Veränderung dieses Wirtschaftssystems könne das Leben der Menschheit nicht gerettet werden, warnte Morales.

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