Dienstag, 18. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Gegen NazisGegen NazisNach dem Neonazi-Überfall am gestrigen Sonntag auf kommunistische Gewerkschafter in Wien hat die österreichische Polizei neun der Angreifer festgenommen. Wie Behördensprecher am Montag informierten, war die Gruppe bereits polizeibekannt, es soll sich um Mitglieder der Hooligan-Bande »Unsterblich« handeln, der vom Fußballclub Austria Wien im vergangenen Januar der Status als offizieller Fanclub entzogen worden war. Sieben der Täter seien bereits wegen Gewaltdelikten vorbestraft, die anderen beiden wegen Verstößen gegen das Verbot von Nazi-Wiederbetätigung.

 

Polizeisprecherin Adina Mircioane bezifferte die Gesamtzahl der Angreifer auf 30, die Kommunistische Gewerkschaftsinitiative – International (KOMintern) hatte von 40 Neonazis gesprochen. Nachdem es den Gewerkschaftern gelungen war, die Faschisten aus den Räumlichkeiten der Immigrantenvereinigung ATIGF zurückzudrängen, hätten sich die Rechten auf einer Baustelle mit Holzlatten und Flaschen für einen weiteren Angriff bewaffnet, hätten angesichts der Übermacht der Antifaschisten jedoch die Flucht ergriffen. Diese nahmen die Verfolgung auf und alarmierten zudem die Polizei.

Nachdem der Österreichische Rundfunk gemeldet hatte, dass es sich bei den Neonazis um Mitglieder eines Fanclubs von Austria Wien gehandelt habe, sah sich auch der Fußballverein zu einer Stellungnahme genötigt. »Natürlich bedauern wir diesen Vorfall für die Mitglieder von ATIGF und KOMintern und selbstverständlich werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten auch alles daran setzen, um unsere klare Linie weiterzuverfolgen«, teilte die Klubführung mit. »Demnach werden wir uns von den Behörden Informationen einholen, welche Personen daran beteiligt waren und bei eindeutiger Sachlage diese Personen auch mit Stadion- bzw. Hausverboten belegen.«

Aus Protest gegen den neofaschistischen Überfall haben die Betroffenen für heute abend zu einer Demonstration in Wien aufgerufen. Unterstützung dafür kommt auch vom Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB), der eigentlich in Konkurrenz zur KOMintern steht. Die der KPÖ nahestehende Fraktion verurteilte entschieden den Angriff von Neonazis, bei dem es auch einen Verletzten gab. Diesem wünschte der GLB-Bundesvorsitzende Josef Stingl gute Besserung und forderte auf, gemeinsam über alle Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg gegen diesen Angriff der Neonazis, aber auch gegen den Rechtsextremismus in Österreich aktiv zu werden. Robert Hobek, Arbeiterkammerrat des GLB in Wien, ergänzte: »Der Kampf gegen den Faschismus ist leider nach wie vor aktuell, wie dieser Neonazi-Angriff, aber auch viele Äußerungen von FP-Politikern zeigen. Es ist Zeit, gemeinsam dagegen aufzustehen.«

Didi Zach, Landessprecher der KPÖ Wien erklärte ebenfalls seine vollste Solidarität, »auch wenn in nicht wenigen Fragen nicht unbedeutende Differenzen zwischen uns bestehen mögen«. Nikolaus Lackner, Spitzenkandidat der KPÖ Niederösterreich bei den letzten Landtags- und Nationalratswahlen, pflichtet bei: »Die Tatsache, dass es zu solch einem Angriff in unserem Land kommt, ist nicht nur verurteilenswert, sondern der Angriff muss, so meine ich, einen Aufschrei aller AntifaschistInnen und aller DemokratInnen dieses Landes auslösen.«

Der Bundesvorsitzende des KZ-Verbandes/VdA, Harald Grünn, verurteilte aufs Schärfste die brutale Attacke der offensichtlich Rechtsextremen, die mit ausländerfeindlichen Parolen die GewerkschafterInnen attackierten und forderte Sicherheitsbehörde und Justiz auf, konsequent und zügig gegen die rechtsextremen Täter vorzugehen. Angesichts der zeitlichen Nähe des Überfalls zum geplanten Metallerstreik diese Woche sei die Verletzung eines Gewerkschafters durch Rechtsextreme eine Warnung für alle demokratischen Kräfte.

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