Donnerstag, 22. November 2018
Solidaritätsanzeige

Tausende Menschen haben die Flucht über das Mittelmeer bereits nicht überlebt. Foto: Noborder Network / flickr.com (2007)Mit Trauer, Wut und Empörung hat Pro Asyl auf das Sterben von schutzsuchenden Menschen vor Lampedusa reagiert. »Europa schließt seine Grenzen und heuchelt dann Betroffenheit, wenn die Folgen des Ausbaus zur Festung sichtbar werden«, sagte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl.  Pro Asyl fordert die Öffnung der Grenzen Europas für Flüchtlinge. Die Toten vor Lampedusa seien eine Folge der immer effektiveren Abriegelung der europäischen Außengrenzen. In den letzten Monaten hatte die EU vor allem die  Landgrenze zur Türkei für Schutzsuchende abgeriegelt. Damit wurde einer der wichtigsten Fluchtwege nach Europa verschlossen. Die Folge ist, dass Flüchtlinge nun wieder verstärkt auf den noch gefährlicheren Weg über das offene Meer ausweichen.

 

Angesichts dessen sei es überaus zynisch, wenn angesichts der Toten EU-Kommissarin Cecilia Malmström eine noch härtere Grenzüberwachung fordert. »Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln im Kampf gegen Schleuser, die menschliche Hoffnungslosigkeit ausbeuten«, teilte die Schwedin über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. »Dies blendet die zentrale Verantwortung der EU und ihre Mitgliedsstaaten an diesem Massaker im Mittelmeer aus«, sagte Karl Kopp, Europareferent von Pro Asyl.

Wer dieses Massensterben beenden wolle, müsse Flüchtlingen den legalen und gefahrenfreien Weg nach Europa eröffnen. »Nur eine andere Flüchtlingspolitik, die beispielsweise Flüchtlinge aus Somalia oder Eritrea aus dem libyschen Transit legal einreisen lässt, kann derartige Tragödien verhindern.«

In Deutschland leben zahlreiche Flüchtlinge eritreischer und somalischer Herkunft. Sie müssen zusehen, wie Angehörigen und Freunde verzweifelt vor den geschlossenen Grenzen Europas stehen und deshalb lebensgefährliche Fluchtrouten auf sich nehmen müssen. Eine der Fluchtrouten eritreischer Flüchtlinge führt durch den Sinai. Dort werden Hunderte von ihnen entführt und gefoltert, bis ihre Verwandten Lösegeld entrichten. Auch dies ist eine Folge der europäischen Abschottungspolitik.

»Die Länder Europas dürfen nicht länger zusehen, wie Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten vor verschlossenen Grenzen stehen und dann verzweifelt versuchen, ihr Leben zu retten und dabei elend zugrunde gehen«, so Pro Asyl. Die Menschenrechtsorganisation fordert einen völligen Neubeginn in der Flüchtlingspolitik Europas. Die Abschottungspolitik der beiden letzten Dekaden sei gescheitert: »Der tausendfache Tod von Flüchtlingen an den Außengrenzen Europas bedeutet den moralischen Bankrott der Flüchtlings – und Menschenrechtspolitik der EU.«

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