Montag, 17. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Kommunistische ParteienKommunistische ParteienAuf Initiative der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), der Kommunistischen Partei Luxemburgs (KPL) und der Partei der Arbeit Belgiens (PvdA/PTB) haben insgesamt 30 europäische kommunistische Parteien eine gemeinsame Erklärung zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs unterzeichnet, der 2014 begangen wird. Wir dokumentieren nachstehend den Wortlaut der Erklärung und die Liste der Unterzeichner.

100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges erleben wir eine erneute Debatte darum, wer das Feuer an die Lunte gelegt hat. Bei dieser Infragestellung der Hauptverantwortung des deutschen Imperialismus an dem über vier Jahre dauernden Völkergemetzel geht es selbstverständlich nicht um historische Wahrheit. Es geht um die theoretische und politische Legitimierung heutiger imperialistischer Politik.

 

Der Erste Weltkrieg erwuchs aus den Expansionsinteressen der imperialistischen Großmächte Europas, er war auf Eroberung neuer Märkte und Ressourcen und die Neuaufteilung der vorhandenen gerichtet: Ein »kapitalistischer Angriffs- und Eroberungskrieg«, wie Karl Liebknecht, Mitgründer der Kommunistischen Partei Deutschlands, früh feststellte. Gleichzeitig war der Krieg eine Gelegenheit für die Herrschenden, in ihren Ländern das Bewusstsein der Arbeiterklasse mit dem Gift des Opportunismus, des Nationalismus und Chauvinismus zu verseuchen.

Im Sommer 1914 standen sich in Europa zwei feste Militärblöcke gegenüber: Der »Dreibund« Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien und die »Entente« England und Frankreich, mit der sich Russland jetzt verbündete. Italien trat 1915 auf der Seite der Entente in den Krieg.

Das Attentat von Sarajevo war die willkommene Gelegenheit für die kriegslüsternen Großmächte, ihre strategischen Konzepte zu verwirklichen. Was folgte, war ein Krieg, der erstmals in der Geschichte alle Kontinente erfasste. 38 Länder waren an ihm beteiligt, ohne die damaligen Kolonien zu rechnen. Erstmals wurde ein Krieg auch industriell geführt. Dem Schlachten fielen sieben Millionen Menschen zum Opfer, die Zivilbevölkerung wurde in bisher nicht gekanntem Maß Opfer von Hunger und Seuchen. 20 Millionen Menschen wurden verwundet oder verkrüppelt, unvorstellbare materielle Werte zerstört.

Das Gemetzel endete mit der militärischen Niederlage der Aggressoren. Die Novemberrevolution in Deutschland, die Revolutionen in Österreich, Ungarn und anderen Ländern wurden abgewürgt wegen der Rolle, welche die rechtssozialdemokratischen Führungen in der Niederwerfung der Revolution übernahmen. In Deutschland wurde zwar die Monarchie gestürzt und die Republik gegründet, aber die Generale und die Kräfte des Monopolkapitals blieben – deren politisches Überleben machte später den Zweiten Weltkrieg möglich.

Die Sozialdemokratie wurde im Zuge des Ersten Weltkriegs gespalten, die revolutionären Kräfte trennten sich von der Zweiten Internationale und gründeten weltweit Kommunistische Parteien. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution in Russland ebnete den Weg für den ersten Arbeiter- und Bauernstaat der Geschichte der Menschheit. Aus dem Weltkrieg erwuchs so eine neue Hoffnung für die Welt – die Hoffnung auf den Sozialismus. Dafür stehen die unterzeichnenden Parteien bis heute.

»Und endlich ist kein andrer Krieg für Preußen-Deutschland mehr möglich als ein Weltkrieg, und zwar ein Weltkrieg von einer bisher nie geahnten Ausdehnung und Heftigkeit. Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abwürgen und dabei ganz Europa so kahlfressen, wie noch nie ein Heuschreckenschwarm. Die Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs zusammengedrängt in drei bis vier Jahre und über den ganzen Kontinent verbreitet; Hungersnot, Seuchen, allgemeine, durch akute Not hervorgerufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen; rettungslose Verwirrung unsres künstlichen Getriebs in Handel, Industrie und Kredit, endend im allgemeinen Bankerott; Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer traditionellen Staatsweisheit, derart, dass die Kronen zu Dutzenden über das Straßenpflaster rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt; absolute Unmöglichkeit, vorherzusehn, wie das alles enden und wer als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird; nur ein Resultat absolut sicher: die allgemeine Erschöpfung und die Herstellung der Bedingungen des schließlichen Siegs der Arbeiterklasse.« (Friedrich Engels, 1887)

Unterzeichner: Kommunistische Partei Britanniens (CPB) - Kommunistische Partei Dänemarks (DKP) - Kommunistische Partei in Dänemark (KpiD) - Französische Kommunistische Partei (PCF) - Pol der kommunistischen Wiedergeburt Frankreichs (PRCF) - Vereinte Kommunistische Partei Georgiens - Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) - Kommunistische Partei Irlands (CPI) - Partei der Italienischen Kommunisten (PdCI) - Neue Kommunistische Partei Jugoslawiens (NKPJ) - Partei der Kommunist/inn/en Kataloniens (PCC) - Sozialistische Arbeiterpartei Kroatiens - Kommunistische Partei Maltas . Neue Kommunistische Partei der Niederlande (NCPN) - Partei der Arbeit (PdA) Österreichs - Kommunistische Partei Polens (KPP) - Portugiesische Kommunistische Partei (PCP) - Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) - Kommunistische Partei Schwedens (SKP) - Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) - Partei der Kommunisten Serbiens - Kommunistische Partei Spaniens (PCE) - Kommunistische Partei der Völker Spaniens (PCPE) - Kommunistische Partei Böhmens und Mährens (KSCM), Tschechien  - Kommunistische Partei der Ukraine (KPU) - Ungarische Arbeiterpartei (Munkaspart) - Fortschrittspartei des arbeitenden Volkes, Zypern (AKEL)
sowie die Initiatoren: Partei der Arbeit Belgiens (PvdA/PTB) - Deutsche Kommunistische Partei (DKP) - Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL)

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