Mittwoch, 24. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

NATO zerschlagenNATO zerschlagenDie ukrainische Armee ist »hochpatriotisch und hochprofessionell«. Selbstverständlich hält sie sich strikt an die Minsker Vereinbarungen. Sie verwendet keine Streubomben und schießt eigentlich überhaupt nicht. Wer das Gegenteil behauptet, ist Opfer eines »äußerst grausamen Informationskrieges, den Russland gegen uns führt«, jammerte der ukrainische Präsident Poroschenko in einem Interview mit der ARD-Nachrichtensendung »tagesthemen«, das – völlig zu Recht – nicht vollständig ausgestrahlt wurde, aber im Internet nachzulesen ist.
 
»In den letzten Augusttagen« habe »die russische Armee« die ukrainische Grenze überquert »und einen realen Krieg auf unserem Territorium angefangen«, und »nur die absolute Verantwortungslosigkeit der Rebellen und Terroristen von Donezk und Lugansk« habe »zu zahlreichen Opfern geführt«, sagt der Mann, der sich als Präsident eines Landes bezeichnet, das »das vielleicht das beste Land der Welt« ist und das er »in die Europäische Union führen« will.


 
Der Beitritt zur NATO stehe erst in einigen Jahren bevor, und selbstverständlich wolle man niemanden bedrohen, schließlich sei ja die NATO »die einzige Struktur geblieben, die die Sicherheit der Staaten gewährleisten kann«. Seine Strategie sehe vor, zuerst der EU beizutreten, nicht der NATO, meint der Präsident, der offenbar in den letzten 25 Jahren keine Zeitungen gelesen hat. Die osteuropäischen Länder sind nach der Rückkehr in den Schoß des Kapitalismus nach wenigen Jahren in die NATO aufgenommen worden, bevor sie für eine Mitgliedschaft in der EU für würdig erachtet wurden – und die meisten von ihnen werden im exklusiven Club EU bis heute als Parias angesehen. Denn für eine vollwertige Mitgliedschaft müssen eine Menge Kriterien erfüllt werden, und das schafft in den nächsten Jahren wohl kein weiteres Land.
 
Bei der NATO ist es freilich völlig anders. Da gelten andere Kriterien. Besonders wichtig ist die territoriale Lage, und das Territorium der Ukraine bietet derartig vorteilhafte Bedingungen, daß die NATO schon jetzt den Aufnahmeantrag befürwortet, bevor er überhaupt gestellt wurde. Denn von keinem Punkt der Erde kommt man der Hauptstadt und den ökonomisch wichtigen Regionen des russischen Reiches so nahe wie von der ukrainischen Grenze.
 
Natürlich müssen einige formale Bedenken ausgeräumt werden. Und diesem Zweck sollte das Poroschenko-Interview eigentlich dienen. Neonazis in Kiew? Was für eine Frage. Diese Behauptungen seien »Elemente der rücksichtslosen propagandistischen Kampagne, die Russland gegen die Ukraine entfesselt hat«, beteuert der Präsident, und erklärt, dass die »nationalistischen Kandidaten zusammen« bei der Präsidentschaftswahl gerade auf zwei Prozent gekommen seien. Und lügt weiter: »Ich betone, das sind nationalistische Politiker, die gar nichts mit Neonazis zu tun haben.« Es sei daran erinnert, daß einer der Präsidentschaftskandidaten der Chef des »Rechten Sektors« war, der es inzwischen mit einem Direktmandat ins Kiewer Parlament geschafft hat. In der Obersten Rada sitzen darüber hinaus weitere ausgewiesene Neonazis, Anhänger der alten ukrainischen Faschisten und rechtsradikale Nationalisten, die auf den Listen der ach so demokratischen, weil »proeuropäischen« Parteien ihr Mandat bekommen haben.
 
Die desaströse Lage der Ukraine haben allein Russland und die ihm hörigen Banditen und Terroristen zu verantworten. Nach dem Abzug der »Besatzungsarmee« werden »Friede und Ruhe in der Ukraine binnen zwei bis drei Wochen« einkehren, versichert der Präsident. Es werden noch Wetten angenommen, wie lange es dauert, bis dieses Lügengebäude Poroschenkos und seiner Gesinnungsfreunde endgültig zu einem Scherbenhaufen wird.

 

Leitartikel der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek vom 2. Dezember 2014

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