16 | 12 | 2019

Diane Wilson in AktionWährend die für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verantwortlichen BP-Manager ohne Anklage bleiben, drohen der Umweltaktivistin Diane Wilson fast zweieinhalb Jahre Haft. Der Grund dafür ist ihr friedlicher Protest gegen den BP-Konzern im US-Senat. Bei einer öffentlichen Sitzung des Energie-Ausschusses im US-Senat am 9. Juni hatte sich Wilson als Protest mit (nachgemachtem) Öl übergossen. Die Aktion richtete sich vor allem gegen die republikanische Senatorin Lisa Murkowski, die eine Gesetzesvorlage zur Aufhebung der Haftungsbegrenzung von Öl-Firmen blockieren wollte. Diese lag zu dem Zeitpunkt noch bei 75 Millionen Dollar - bei weitem nicht genug, um die von BP angerichteten Schäden zu beheben. Diane Wilson empörte sich: »Wie kann sie es wagen, für ,Big Oil' Partei zu ergreifen und gegen die Amerikaner, die von diesem von Menschen gemachten Desaster so erschüttert sind?«

Daraufhin wurde Wilson, Garnelenfischerin im Golf von Mexiko, verhaftet und abgeführt. Allein für diese friedliche Meinungsäußerung, in offizieller Lesart »Störung einer Senatssitzung«, soll sie 280 Tage ins Gefängnis. Als erster Gerichtstermin dazu wurde der 18. Juni festgelegt. Daraufhin forderte Medea Benjamin, neben Diane Wilson eine der Mitbegründerinnen der feministisch-pazifistischen Bürgerrechtsbewegung Code Pink: »Der BP-Geschäftsführer Tony Hayward sollte im Gefängnis sein, nicht eine verzweifelte Garnelenfischerin!«

Noch bevor es zur Verhandlung kommen konnte, protestierte Diane Wilson ein weiteres Mal gegen die Verantwortlichen von BP. Bei der Kongress-Anhörung des BP-Chefs Hayward forderte sie mit schwarz verschmierten Händen und Gesicht lautstark dessen strafrechtliche Verfolgung. Diese Unterbrechung der Kongress-Anhörung sowie Wilsons angeblicher Widerstand gegen ihre Verhaftung sollen wiederum mit jeweils 280 Tagen Haft geahndet werden.

Über diese insgesamt 840 Tage wird am Freitag verhandelt. Die Gerichtsverhandlung beginnt um 9.30 Uhr Ortszeit am Superior Court of the District of Columbia, dem Kammergericht von Washington DC. Axel Köhler-Schnura, Vorstand von »ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie«, ist fassungslos: »Durch rücksichtslose Profitgier hat der BP-Konzern den Tod von elf Menschen und eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten verschuldet. Die Macht der Konzerne ist so groß, dass die Täter unbehelligt bleiben, während die Opfer durch Gefängnisstrafen eingeschüchtert und mundtot gemacht werden sollen!« Seine Stiftung hatte Diane Wilson im Jahr 2006 für ihren engagierten Einsatz zur Rettung des Blauen Planeten mit dem internationalen Blue Planet Award ausgezeichnet. Die Fischerin und Mutter von fünf Kindern kämpft seit Jahrzehnten gegen die Zerstörung eines der artenreichsten Biotope der Erde, den Golf von Mexiko. ethecon betrachtet die Protestaktionen der Preisträgerin als Teil ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung und fordert, alle Anklagepunkte umgehend und bedingungslos fallen zu lassen.

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