09 | 12 | 2019

Seit fast 30 Jahren in Sicherheit: Assata ShakurDie Revolutionärin Assata Shakur ist die erste Frau, die vom FBI als »Most Wanted Terrorist« gesucht wird. Am gestrigen Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichte die US-Bundespolizei einen entsprechenden Fahndungsaufruf. Nicht weniger als zwei Millionen Dollar sind auf die 1947 geborene frühere Aktivistin der Black Panther Party und der Black Liberation Army ausgesetzt, die mit bürgerlichem Namen Joanne Chesimard heißt und seit 1984 in Kuba politisches Asyl genießt.

Am 2. Mai 1973 war das Auto, in dem Assata Shakur gemeinsam mit zwei weiteren Aktivisten  unterwegs war, in New Jersey von der Polizei gestoppt worden. Offiziellen Angaben zufolge entwickelte sich daraufhin ein Feuergefecht, bei dem das Black-Panther-Mitglied Zayd Shakur und einer der Polizisten getötet wurden. Die Behörden behaupteten, Assata – die bei dem Gefecht verletzt wurde – habe damals das Feuer eröffnet und zudem den verletzten Polizisten Werner Foerster mit einem Kopfschuß getötet.

 

Die schwarzen Aktivisten konnten zunächst fliehen, wurden am folgenden Tag jedoch gestellt und verhaftet. Assata wurde vom Gericht des Mordes am Polizisten Foerster und an ihrem Genossen Zayd Shakur schuldig gesprochen, obwohl nachgewiesen werden konnte, dass sie während des Gefechts keine Waffe abgefeuert haben konnte. Im Gefängnis wurde sie gefoltert und geschlagen.

1979 gelang ihr die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis Hunterdon County. Nach fünf Jahren im Untergrund konnte sie nach Kuba entkommen, wo ihr die Behörden politisches Asyl gewährten. Bis heute lebt sie auf der sozialistischen Insel.

In einem Interview mit der Tageszeitung »junge Welt« erläuterte sie 1997, welche Bedeutung ihre neue Heimat für die internationale Linke hat: »Kuba ist die Vorhut beim Aufbau des Sozialismus unter den heutigen Bedingungen in der Welt, in der es kein sozialistisches Lager gibt. Ein großer Teil der kubanischen Erfahrung ist für jeden wichtig, der versucht, eine Gesellschaft zu errichten, in der soziale Gerechtigkeit Realität ist. Ich, die ich in Kuba lebe, fühle mich sehr privilegiert, weil es kein anderes Beispiel in der Welt dafür gibt, dass Menschen so fest, so geeint gegen den Imperialismus stehen. Menschen, die die glückliche Gewissheit haben, nicht nur die Revolution in Kuba zu erhalten, sondern auch den Internationalismus zu behaupten, der historisch in so großem Ausmaß ein Teil der kubanischen Revolution war und den Che Guevara repräsentiert. Ein außerordentlicher Internationalismus, der so völlig verschieden ist von der imperialistischen Art und Weise zu versuchen, Völker in anderen Ländern zu manipulieren.«

Heute äußert sich Assata nur noch selten. Ihr letzter bekannter offener Brief stammt aus dem Jahr 2007 und wurde aus Anlass ihres 60. Geburtstages verfasst.

Das FBI begründete die Aufnahme Assatas in die Liste der »Most Wanted Terrorists« mit dem 40. Jahrestag des »kaltblütigen Mordes an einem Beamten der New Jersey State Police«. Tatsächlich dürften andere Gründe im Vordergrund gestanden haben. So sieht sich die US-Administration unter Druck, weil sie noch immer ultrarechte Terroristen wie Luis Posada Carriles Unterschlupf gewährt und beschützt. Zudem wächst auch in den USA die Bewegung für die Freilassung der fünf dort festgehaltenen Kubaner, die antikommunistische Terrorgruppen unterwandert hatten, um Anschläge in ihrer Heimat zu verhindern. Und schließlich hat der andauernde Hungerstreik der Gefangenen im US-Gefangenenlager Guantanamo die Augen der Welt erneut auf die Zustände in dem Folterlager gelenkt, das die USA auf widerrechtlich besetztem kubanischen Gebiet eingerichtet haben. Da käme es Washington nur gelegen, Kuba als ein Land anprangern zu können, das »Terroristen Unterschlupf gewährt«.

Weitere Informationen: www.assatashakur.org

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige
Evo Morales renuncia a presidencia de Bolívia
Evo Morales convoca a nuevas elecciones - 10/...
Dos medios estatales de Bolivia denuncian int...
Evo Morales convoca a partidos a dialogar par...
Lula é solto em Curitiba e faz pronunciamento...
Protestas en Chile: Plaza Italia la tarde del...

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.