25 | 02 | 2020

»Dass sich auch in diesem Jahr wieder hunderte Menschen an der Demonstration in Braunau beteiligten, zeigt dass es wichtig und richtig ist, dass wir gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus auf die Straße gehen. Auch und gerade rund um den 20. April«, zeigt sich Stefan Klingersberger, Sprecher des Bündnisses »braunau gegen rechts«, zufrieden mit dem Ablauf der Demonstrationskundgebung. Am Samstag beteiligten sich in dem als Hitlers Geburtsort bekannt gewordenen Ort mehr als 600 Menschen an der Demonstration »Gemeinsam gegen rechte Gewalt«, die von über 40 Organisationen getragen wurde. Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl beteiligte sich nicht nur an der Demonstration, sondern sprach in seinem Redebeitrag dem Bündnis »braunau gegen rechts« und den TeilnehmerInnen vollste Unterstützung und Solidarität aus.

»Wir konnten ein deutliches, lautstarkes und friedliches Zeichen gegen rechte Gewalt setzen«, unterstreicht Klingersberger den Erfolg der Demonstration. »Der einzige Schatten über Braunau ist die örtliche Neonazi-Szene«. Dass über dieses Problem nun wieder öffentlich diskutiert werde, sei sicherlich als wichtiger Erfolg der Demonstrationen, so Klingersberger.

Robert Krotzer, Bundesvorsitzender der Kommunistischen Jugend Österreichs und jahrelanger Mitorganisator der Demonstration, zeigte sich in seinem Redebeitrag verärgert über die Aussage des Bezirkshauptmann Wojak, dass es für ihn »ein Schatten [sei], dass alljährlich Demonstrationen stattfinden«. »Der einzige Schatten über Braunau ist die örtliche Neonazi-Szene, die weder vor Gewalt noch vor Morddrohungen gegen Andersdenkende zurückschreckt«, so Krotzer.

Trotz mehrmaliger Platzverbote durch die Polizei, zeigten sich etliche Braunauer Neonazis am Rand der Demonstration und versuchten zu provozieren. »Gerade bei den Auf- und Abbauarbeiten der Veranstaltungsbühne provozierten Neonazis mit 'Sieg Heil'-Rufen und Hitlergruß«, stellt Klingersberger klar. Bei den Abbauarbeiten drohte die Situation dann zu eskalieren, als ein ortsbekannter Neonazi eine Rauchgranate zündete und auf die Bühne warf. Die Polizei wurde gerufen, dadurch konnte der Rechtsextremist noch an Ort und Stelle festgenommen werden.

Aber auch abseits dieser Kundgebung treten Neonazis in Braunau immer offener auf: Skinheads posieren vor dem Hitler-Geburtshaus für Erinnerungsfotos, Hakenkreuze werden gleich reihenweise tätowiert, SS-Symbole offen gezeigt und AntifaschistInnen mit Mord bedroht. »Ich hoffe, dass den Verantwortlichen in der Stadt Braunau nun endlich bewusst ist, dass wir hier in Braunau ein Problem mit Neonazis haben. Wir fordern, eine klare Kampagne seitens der Stadt Braunau gegen Rechtsextremismus«, erklärt Stefan Klingersberger und ergänzt: »Es braucht eine öffentliche Debatte über die örtliche Neonazi-Szene, es braucht Aufklärungsarbeit in den Schulen und Jugendzentren und es braucht eine breitangelegte Präventionsstrategie gegen Neofaschismus.  Die Situation ist längst nicht mehr tragbar, es muss gehandelt werden!«

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