23 | 05 | 2019

Das venezolanische Kind Geovanny und das irakische Qasim haben sich nie kennengelernt. Bei dem ersten blieb mit sechs Jahren das Herz stehen, während es auf eine Knochenmarktransplantation wartete, die entsprechend einem Vertrag mit der venezolanischen Erdölgesellschaft PdVSA in einer italienischen Klinik durchgeführt werden sollte. Aber Donald Trump ordnete an, das Geld des bolivarischen Landes in europäischen Ländern zu blockieren und der Kleine starb, ohne zu wissen, warum man sein Land bestraft hat.  

Fast 90 Minuten lang diskutierten telefonisch die Führer zweier Weltmächte miteinander: Russlands und der Vereinigten Staaten. Das bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik Kremlsprecher Dimitri Peskov.

Vor dieser Erklärung hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, der Austausch als sehr positiv kommentiert. Beide Politiker hätten die Lage in Venezuela, die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Möglichkeit eines Vertragsabschlusses über Atomwaffen diskutiert.

In den USA werden seit mehr als zwei Jahren endlose Debatten geführt über die Frage, ob und wie sich Rußland in den Präsidentschaftswahlkampf eingemischt hat, um den Wahlsieg von Donald Trump zu befördern, da es angeblich gemeinsame geschäftliche Interessen gebe. Beides, weder die »Einmischung«, noch gemeinsame Geschäfte, sind trotz umfangreicher Nachforschungen durch FBI, CIA und sonstige Geheimdienste seitdem auch nur annähernd nachgewiesen worden. Das deutet entweder auf die Unfähigkeit der Nachforscher hin, oder darauf, daß an den Mutmaßungen schlicht und einfach nichts dran ist.

Am 4. April sind 70 Jahre seit der Unterzeichnung des Nordatlantikvertrags vergangen, auf dessen Basis die Nato gebildet wurde. Aus diesem Anlass findet in Washington am 3. und 4. April eine „Jubiläumssitzung“ des Nato-Rats auf der Ebene der Außenminister statt.

Die Tagesordnung dieser Veranstaltung und der Charakter der Beschlüsse des Nato-Rats zeugen davon, dass der Nordatlantische Block die Idee zum Ausbau der militärpolitischen Konfrontation mit Russland nicht aufgeben will. Die wichtigste Aufgabe der Allianz bleibt im Grunde seit ihrer Gründung im Jahr 1949 konstant: Die Reihen der Verbündeten unter der Flagge der Eindämmung der so genannten „Gefahr aus dem Osten“ „zusammenzuschweißen“.

Das Geld und die Geheimdienste oder letztere in den Diensten des Geldes waren der Schlüssel der US-Außenpolitik in ihrem Bestreben, der Welt ihr Modell von Demokratie, Menschenrechte und ihr Konsummuster aufzuzwingen, zum Nachteil von jenen, die wenig oder nichts besitzen.

Keiner weiß, ob Bernhard Sanders Präsident der USA wird, aber es gibt Indizien, die dafür sprechen, dass er dies anstrebt. Auf jeden Fall sieht der Autor dieses Artikel keinen Grund dafür ihn als Bernie zu behandeln, eine Verniedlichung des Namens, die bei uns mit Zuneigung assoziiert wird.

Politik wird oft auch als die »Kunst des Machbaren« beschrieben. Das ist keine marxistische Definition, hat aber viel mit den Realitäten und mit deren Umgang bei der Suche nach Lösungen zu tun. Besonders wichtig ist das in den internationalen Beziehungen zwischen Staaten, weil hier nicht »nur« Unterschiede in den politischen Ansichten, sondern zudem auch nationale Besonderheiten und Interessen eine Rolle spielen und zu berücksichtigen sind.

Kein Oberster Befehlshaber im Weißen Haus hat sich bisher so oft und mit so viel Hingabe dem Unterzeichnen von Dekreten hingegeben, stets umgeben von Claqueuren, die dem Chef begeistert applaudieren, wenn er mit dem fetten Signierstift seine Unterschrift auf ein Blatt Papier setzt und es dann stolz in die Kameras hält. Aber das dürfte wohl eines der kleineren Übel der Präsidentschaft des D.J. Trump sein.

Roger Waters, Mitbegründer von Pink Floyd, antwortet einer Bekannten, die ihn aufgefordert hatte, Maduro zu verurteilen: „Von all denen, die für das venezolanische Volk sprechen, sind die meisten Weiße, Angehörige der Mittelschicht und Einwohner der Stadt New York. Was habt ihr mit Venezuela zu tun?“ Das fragt Waters sie und seine ehrliche Haltung hat Echos hervorgerufen. Es ist, als würde sich die Ära der „gegen den Wind“ gespielten Gitarren wiederbeleben und die des Aufschreis, der die Jugend der 60er und 70er Jahre mobilisierte und das System in seinen Grundfesten erschütterte.

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