Montag, 24. April 2017
Solidaritätsanzeige

Donald Trump. Foto: Gage Skidmore – Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)Blankes Entsetzen und Fassungslosigkeit war in den Gesichtern von Politkern, Journalisten und Zuschauern zu sehen, nachdem sich in den frühen Morgenstunden immer klarer abzeichnete, daß Donald Trump den Wahlkampf um die Präsidentschaft der USA gewinnen würde. In den europäischen NATO-Ländern, zumindest in den meisten, hatte man sich auf einen Wahlsieg der Lieblingskandidatin der neuen Kalten Krieger eingestellt. Denn Hillary Clinton, Vertreterin des größten Teils des politischen, wirtschaftlichen und militärischen Establishments der USA, stand für ein eindeutiges »Weiter so«, für die weitgehend übergangslose Fortsetzung der Innen- und Außenpolitik ihres früheren Chefs Barack Obama.

In den Berichterstattungen in Westeuropa feierte man sie als ehemalige First Lady, als erfahrene Außenministerin und als die mögliche erste Frau auf dem Chefsessel im Weißen Haus. Und das trotz der Tatsache, daß ihre Zeit als Obamas Außenministerin für immer mit dem Krieg in Libyen, der Ermordung des libyschen Staatschefs Gaddafi – »Wir kamen. Wir sahen. Er starb.« – und mit der Eskalation des Krieges in Syrien verbunden bleibt. Westeuropäische Politiker hoben ihre Kenntnis der internationalen Beziehungen hervor, und hofften darauf, daß Frau Clinton als Präsidentin härter durchgreifen würde, vor allem bei der weiteren Aufrüstung der NATO, der Erhöhung der Militärbudgets, der Konfrontation mit Rußland und China und im Krieg gegen Syrien, den sie nach libyschem Muster zu Ende bringen wollte.

Aber die Mehrheit der Wähler in den USA hat sich anders entschieden. Viele von ihnen wählten Trump, weil sie ihm als Geschäftsmann eher zutrauen, die Wirtschaft der USA wieder in eine Aufwärtsbewegung zu bringen und damit eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu bekommen, dessen Bezahlung möglicherweise doch irgendwann zum Leben reicht. Denn die acht Jahre Obama haben in dieser Hinsicht nichts erreicht, eher das Gegenteil. Viele Wähler haben sich wohl auch von den lockeren Sprüchen des Medienprofis Trump einwickeln lassen, der ziemlich genau weiß, was eine Mehrheit der Leute mag oder nicht mag – auch wenn es nicht politisch korrekt ist und er viele andere Menschen vor den Kopf stößt.

Für viele Wähler dürfte es auch eine Protestwahl gewesen sein, sie haben sich für das »kleinere Übel« entschieden und wollten Hillary Clinton verhindern. Ob sich Trump als »kleineres Übel« herausstellt, oder ob er vielleicht doch das größere Übel ist, kann niemand wissen. Wir werden erst nach und nach erfahren, ob der Mann mit den markigen Sprüchen in der Lage sein wird, seine wirtschaftlichen Versprechungen umzusetzen. Und man muß gespannt sein, welche Berater und Experten er sich einkaufen kann, um möglicherweise eigene außenpolitische Konzepte zu entwickeln. So lange werden einige Leute, vor allem im NATO-Hauptquartier und in den angeschlossenen Büros noch in heller Aufregung verbringen.

In der Wahlnacht wurden dem Kandidaten Trump eine Menge Aussagen vorgehalten, die er in der Wahlkampf-Show abgelassen hatte. Bezeichnend ist, daß ausgerechnet Politiker, die ihre eigenen Wahlversprechen spätestens am Wahlabend in der Schublade verschwinden lassen, und Journalisten, die ihnen dabei geflissentlich assistieren, nun plötzlich Wahlaussagen für bare Münze nehmen.

Was jedoch von dieser Wahl bleibt: Es war ein neuer Tiefpunkt in der politischen Kultur, bei dem jegliche Reste von Demokratie in einem Meer von Schmutz und Lügen versenkt wurden. Ob es uns paßt oder nicht, nun müssen wir mit dem Sieger dieses Wettbewerbs im Dummschwätzen leben.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek / RedGlobe

Kommentare   

# kriegsverbrecherdbergmann 2016-11-11 10:05
oh, wie einfach ist manch weltbild gestrickt. die USA und NATO sind an allem unglück der welt schuld. kein wort davon, dass die sowjets mit dem 10jährigen krieg in afghanistan die erstarkung der islamfundis gezüchtet haben. kein wort, dass gegen IS die USA zusammen mit kurden gegen die "gotteskroeger" kämpfen. kein wort, dass sich sowohl in syrien als auch anderen arabischen staaten die bevölkerung gegen ihre diktatoren erhob. hauptsache, man hat ein "klares" weltbild!!
Antworten
# Klares WeltbildGünther Wassenaar 2016-12-20 11:00
@wenn man den obigen Text liest - kann man bei weitem KEIN klares Weltbild erkennen - so z.B. zu den Vorgängen in Afghanistan. Wer dort den "Russenkrieg gegen Afghanistan" betrachtet sollte lieber mal genauer in die Histotie sehen. Afghanistan hatte vorher eine prosowjetische Regierung gewählt - was die USA dazu bewegte, sich einen jungen begabten Terroristen zu suchen, der diese Regierung destabilisierte. Sein Name Bin Laden (übrigens unterhielt die Familie Bush und die Familie Laden umfangreiche geschäftliche Verbiundungen) Dieser saudische "Rebell" wurde ausgerüstet und mit Finanzen ausgestattet und es wurden ihm immer neue "Rebellen" zugeführt - Kreaturen, die nie vorher in Afghanistan gelebt hatten. Da der CIA dafür sorgte, dass diese Killer mit modernsten Waffen ausgerüstt waren, geriet die afghanische Regierung (übrigens war zu der Zeit eine Frau Bildungsministerin) in Bedrängnis und bat die UdSSR um Beistand. Erst das etwa 40. - in Worten vierzigste - Beitragsersuchen, wurde seitens der Regierung der UdSSR positiv beantwortet und Truppen der Roten Armee traten in den Kampf mit ein.

NUn Du mit Deiner These, dass der Krieg den die bösen Russen geführt haben, Islamisten gefördert hätten.

Alles was in der Geschichte hintereinander abläuft, kann nicht umgedreht werden - auch wenn die westliche Propaganda-Maschine noch so wütend den Krieg der Russen gegen Afghanistan hochbrüllen
Antworten
# Kriegsverbrecherche 2016-11-10 10:03
sind die Jounalisten und die Politiker entsetzt und fassugslos?
wo waren diese Politiker und die Journalisten als die schlechter Kriegsverbrecher (Gorg Buch) und guter Kriegsverbrecher (Obama,Clinton)unsere Läder zerstört und Millionen Menschen getötet und aber Millionen auf die Flucht getreieben?wer hat diese ISIS-Banden gezüchtet?und wer kämpft gegen diese ISIS-Banden?die Jounaliste und die Politiker sicher nicht(zum Beispiel SYrien,Libyn,Irak,Afgahnistan)alle machen mit wo Gorg Buch angefangen und Obama fortzetzt.Trump wird auch fortsetzen aber nicht so raffiniert wie Obama und Clinton sondern wie Gorg Buch
ich kann nichr diese heuschlerei von Journalisten und die Politikern mehr verstehen.
Krieg zwischen Reichen und die Armen)=Buffett
die Menschen haben nicht Trump gewählt sondern haben aus der Verzweiflung die Wahl gehabt: zwischen den
guten Kriegsverbrechern wie Obama und Clinton und den schlechten Kriegsverbrechern wie Gorg Buch und Trump
im kapitalistischen System nennt man Demokratie!in welchem System leben die Journalisten und die Politiker?
Antworten
Real time web analytics, Heat map tracking
Ähnliche Beiträge

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.